Haldensleben l Ob Schnee und Eis, Frühlingssonne und Vogelgezwitscher oder auch Grippe- und Erkältungszeit: Am 1. März beginnt in jedem Jahr die neue Saison in der Haldensleber Jugendherberge. Kaum eine Widrigkeit kann Herbergsvater Ingolf Zander und seine Mitarbeiter davon abhalten. In diesem Jahr ist der Start für das Team der Jugendherberge dennoch sehr holprig. Ein hoher Krankenstand sorgt dafür, dass die Einrichtung in Notbesetzung die Saison eröffnen muss.

Das Problem ist in der Stadtverwaltung angekommen. Und es sei nicht neu, wie Renate Schmidt, Leiterin der Abteilung Kultur, Fremdenverkehr und Soziales, den Mitgliedern des Schul-, Sozial-, Kultur- und Sportausschusses deutlich machte. Im Jahr 2015 seien in der Herberge 7101 Übernachtungen gezählt worden. „Doch 2016 hatten wir einen Einbruch. Offene Stellen sind über einen längeren Zeitraum nicht besetzt worden“, berichtete die Abteilungsleiterin.

Krankheitsbedingte Ausfälle

Die Mehrbelastung hätte zu krankheitsbedingten Ausfällen geführt, „mit deren Folgen die Einrichtung auch 2017 zu kämpfen gehabt hat“, so Renate Schmidt. Eine Ursache für den Rückgang der Übernachtungszahlen sieht sie aber auch darin, dass Haldenslebens suspendierte Bürgermeisterin Regina Blenkle (FUWG) 2016 massiv in den Betrieb der Jugendherberge eingegriffen hätte.

„Doch die Kollegen wollen wieder zu alter Stärke zurückfinden“, versichert Schmidt den Ausschussmitgliedern. Allerdings macht der Krankenstand diesem Vorhaben ein Strich durch die Rechnung. „Wir sind auf der Suche nach Krankheitsvertretungen, die Stellen sind dementsprechend ausgeschrieben worden“, sagte die Abteilungsleiterin. So müsse die Herberge mit Essen beliefert werden, solange nicht wieder selbst in der Einrichtung gekocht werden könne. „Auch das Angebot an Leistungen müssen wir zurückfahren“, meinte sie. Zudem sei ein Maßnahmeplan bei der stellvertreten- den Bürgermeisterin Sabine Wendler beantragt worden, damit die Kollegen, die in Teilzeit arbeiten, mehr Stunden bekämen.

Außenanlage gefällt

Trotz der aktuellen Schwierigkeiten ist den ersten Gästen ein reibungslosen Aufenthalt ermöglicht worden. Die Kirchengemeinde St. Petrus aus Stederdorf, einem Stadtteil von Peine (Niedersachsen), ist nicht zum ersten Mal in der Haldensleber Jugendherberge zu Gast. Mit ihren Hauptkonfirmanden weilen Pastoren und ehrenamtliche Betreuer schon seit mehreren Jahren immer zu Saisonbeginn in der Jugendherberge. Diesmal haben rund 20 Jugendliche gemeinsam mit Pastorin Christiane Tjaden und Christian Mutke, Julian Jelinsky und Anna Jeworutzki als ehrenamtliche Teamer in Haldensleben ihre Konfirmandenfreizeit verbracht. Nicht nur die Teamer kennen die Einrichtung bereits aus den Vorjahren. „Einige von den Jugendlichen waren auch schon auf Grundschulfahrten hier zu Gast“, erläuterte Christiane Tjaden.

Den Hauptteil des viertägigen Aufenthalts haben die Jugendlichen und ihre Betreuer in der Jugendherberge verbracht. Die Einrichtung sei dafür gut geeignet, meint die Pastorin. „Besonders schön ist auch die großzügige Außenanlage, die wir im vergangenen Jahr zur gleichen Zeit bei frühlinghaftem Wetter nutzen konnten. Aber diesmal ist es dazu zu kalt“, erklärte sie. So sind viele Aktivitäten, die sich für die Konfirmanden in diesem Jahr um das Thema „Schöpfung und Abendmahl“ drehen, nach drinnen verlegt worden.