Arbeitseinsätze

Junge und alte Kathendorfer packen mit an und hübschen ihr Dorf auf

Wenn es in Kathendorf etwas zu tun gibt, packen alt und jung mit an, um ihren Ort zu verschönern. Es hat gleich zwei Arbeitseinsätze gegeben, denn die Kommune finanzierte – trotz knapper Kasse – ein Ballfangnetz und die Farbe für die Bushaltestelle sowie für Bänke und Tische.

Von Anett Roisch
Das Holz der Rundbank auf dem Dorfplatz in Kathendorf bekommt bei einem Arbeitseinsatz frische Farbe. Im Einsatz sind (v.l.) Saskia Busse, Kilian Busse, Judith Scheffel, Jenny Klein, Katja Körtge, Christina und Klaus Scheffel.
Das Holz der Rundbank auf dem Dorfplatz in Kathendorf bekommt bei einem Arbeitseinsatz frische Farbe. Im Einsatz sind (v.l.) Saskia Busse, Kilian Busse, Judith Scheffel, Jenny Klein, Katja Körtge, Christina und Klaus Scheffel. Foto: Anett Roisch

Kathendorf - „Das Ballfangnetz ist endlich da. Bei den Arbeitseinsätzen haben wir es - die Jungs von der Feuerwehr halfen – angebracht“, verkündete Kathendorfs Ortsbürgermeisterin Sabine Wieter bei der jüngsten Ortschaftsratssitzung. Seit einigen Jahren gab es den Wunsch, mit dem Netz zu verhindern, dass die Fußbälle vom Sportplatz auf dem Nachbargrundstück landen. Es bestand nicht nur die Gefahr, dass der Hofhund die Bälle zerbeißt, sondern es herrschte auch Fluchtgefahr, weil die Kinder, die sich ihre Bälle zurückholten, die Gartentür aufließen und der Hund ausbüxen konnte. „Die Kommune hatte das Netz und auch die Farbe zum Streichen der Bänke und der Bushaltestelle finanziert“, erklärte die Ortsbürgermeisterin.

Bevor es ans Streichen ging, mussten die alten Farbschichten abgeschliffen werden. „Bei unserem ersten Arbeitseinsatz war plötzlich die Farbe alle, außerdem hatte es angefangen, in Strömen zu regnen. Deshalb mussten wir aufhören. Wir hatten einen neuen Aufruf gestartet. Jetzt kamen auch noch andere Helfer, vor allem Jugendliche mit dazu“, erzählte Sabine Wieter. Die jungen Leute haben die Holzbalken der Bushaltestelle im Fachwerkstil nun fertig gestrichen. „Zu den fleißigen Malern gehören auch die Buskinder - also die Kinder, die mit dem Bus zur Schule fahren“, erklärte Sabine Wieter. Und auch die Latten der Rundbank auf dem Dorfplatz wurden gestrichen und so das Werk vollendet. Von der hölzernen Bank aus hat – vor allem die ältere Generation – einen Platz, von dem sie das Geschehen im Dorf gut im Blick hat.

Zweite Truppe ist auf dem Sportplatz aktiv

Eine zweite Helfertruppe war auf dem Sportplatz aktiv. Dort galt es, die Bänke und Tische am Spielplatz mit frischer Farbe zu versehen.

„In Kathendorf ist es so, dass die damaligen Jugendlichen, die inzwischen um die 30 Jahre alt sind, im Jugendraum ihre Freizeit verbracht hatten. Inzwischen hat die Zweitakt-Crew das alte Gemeindebüro zur Nutzung übernommen“, erklärte die Ortsbürgermeisterin. Die Zweitakt-Crew sind etwa 30 Männer und einige Frauen, die an alten Mopeds schrauben, Ausfahrten organisieren und die Gemeinschaft genießen.

Neue Generation zieht in den Jugendraum

Dadurch sei – nach ihren Ausführungen – der Jugendraum wieder frei. Die jetzigen 14- bis 18-Jährigen haben Interesse an dem Clubraum bekundet. „Das finde ich richtig schön, weil der Raum 16 Jahre in der Hand der jetzigen Crew war und nun an die junge Generation übergeben werden kann“, blickte Sabine Wieter voraus. Sie habe schon mit den jungen Dorfbewohnern und mit Mitarbeitern der Einheitsgemeinde über die Pläne vom Jugendclubraum gesprochen. „Wir konnten Moritz Körtge, der schon 18 Jahre ist, als Verantwortlichen gewinnen. Moritz hat dann als Volljähriger den Hut auf und schaut nach dem Rechten“, blickte die Ortschefin voraus.

Außerdem wurden im Auftrag des Biosphärenreservates im Dorf zwei neue Informationstafeln aufgestellt. Die eine Tafel zeigt Wissenswertes über die Weißstörche, die nur wenige Meter weit entfernt ihr Nest haben. „Im Rahmen der zweiten Tafel soll demnächst die neue Radwegewanderkarte befestigt werden“, erklärte Sabine Wieter, die hauptberuflich im Biosphärenreservat tätig ist.

Auf die Prioritätenliste für 2022 setzte der Ortschaftsrat den Friedhofszaun. Ein maroder Jägerzaun soll durch einen neuen Stabmattenzaun ersetzt werden. Einig war sich der Ortschaftsrat, dass die Erneuerung des Friedhofszaunes nach wie vor die höchste Priorität habe.