Althaldensleben l „Wir sind in der Lage, kontinuierlich weiterzuarbeiten“, erklärt Bauamtsleiter Holger Waldmann. Die neuen Fenster seien drin, seit Anfang der Woche sei eine Bauheizung in Betrieb. Auf diese Weise könne es im Kita-Gebäude Schritt für Schritt vorangehen.

Zur Erinnerung: 2018 war eine beteiligte Rohbau-Firma ausgefallen und in Insolvenz gegangen. Die Folge war eine Verzögerung von etwa vier Monaten. Wie Holger Waldmann informiert, war die Phase, in der die Arbeiten komplett ruhten, relativ kurz. Trotzdem gab es Mehraufwand: Zunächst musste ein Gutachter untersuchen, welche Arbeiten von der bisherigen Firma bereits erledigt wurden.

3,18 Millionen Euro insgesamt

Die verbliebenen Leistungen mussten neu ausgeschrieben werden. „Allein das dauert in der Regel zehn bis zwölf Wochen“, so Sven Brack vom städtischen Bauamt. „Das führte dazu, dass sich die Arbeiten der anderen Gewerke verschoben haben“, macht Holger Waldmann deutlich.

Und nicht nur das: Die Stadt rechnet mit erheblichen Mehrkosten. Ursprünglich war die Kita-Sanierung mit rund 2,4 Millionen Euro veranschlagt worden. Mittlerweile geht es um 3,18 Millionen Euro. Einen Teil der Mehrkosten will sich die Stadt laut Andreas Radeck von der Presseabteilung durch Schadensersatzforderungen zurückholen. Insgesamt kommen laut Sven Brack aber mehrere Effekte zusammen. Durch den Ausfall der Rohbau-Firma hätten sich auch Ausschreibungen weiterer Leistungen verzögert. Dadurch habe man nicht mehr die erhofften Preise erzielen können. Hinzu komme die allgemeine Preisentwicklung im Baugewerbe.

Glück im Unglück

Trotzdem hatte die Stadt laut Holger Waldmann noch Glück im Unglück: Der schlimmste Fall wäre eingetreten, wenn andere Firmen aufgrund der Verzögerung ihre Aufträge zurückgegeben hätten. „Das ist zum Glück nicht geschehen“, betont der Bauamtsleiter.

Die Sanierung umfasst viele Punkte: Das Kita-Gebäude wurde bis auf die Außenwände entkernt. Auch die Grundrisse der Räume wurden verändert. Unter anderem ist außerdem Folgendes vorgesehen und teilweise auch bereits realisiert: ein neues Dach aus Titanzink, ein barrierefreier Zugang und ein rollstuhlgerechter Aufzug, eine neue Dämmung, Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung, Fußbodenheizung sowie eine energiesparende LED-Beleuchtung.

Kinder sollen im November einziehen

„Der erste Fertigstellungstermin für das Kita-Gebäude war im März 2019. Dann wären noch die Außenanlagen anzulegen, deren Fertigstellung im Juli 2019 avisiert war. Dann hätten die Kinder das Objekt im August beziehen können. Aktuell ist geplant, die Kinder im November 2019 einziehen zu lassen“, erläutert Sven Brack.