Hundisburg l Das Schloss Hundisburg mit seinem Barockgarten ist Mitglied des touristisch-denkmalpflegerischen Netzwerks „Gartenträume – Historische Parks in Sachsen-Anhalt“. Derzeit sind 43 historische Parks und Gärten in diesem Verbund, der im Jahr 2000 vom Land Sachsen-Anhalt initiiert wurde – auch, um die touristische Attraktivität und wirtschaftliche Nutzung der einzelnen Anlagen zu stärken. Auch das Europa-Rosarium in Sangerhausen ist Teil des Netzwerkes.

Weil Haldensleben und Sangerhausen bereits Verknüpfungspunkte miteinander hatten, entstand vor einiger Zeit die Idee, auch die herausragenden touristischen Attraktionen beider Städte miteinander zu vernetzen. Das Vorhaben ist mittlerweile so weit gediehen, dass die einzelnen Partner am gestrigen Donnerstag eine Kooperationsvereinbarung im Schloss Hundisburg unterschrieben. Haldenslebens stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Wendler, Vorsitzender der Kultur-Landschaft Haldensleben-Hundisburg, Joachim Hoeft, und Uwe Schmidt, Geschäftsführer der Rosenstadt Sangerhausen GmbH, – dem touristischen Vermarkter des Europa-Rosariums – unterzeichneten einen Vertrag.

Gemeinsame Aktionen geplant

Darin ist vor allem die Absicht der künftigen touristischen Partner festgehalten, einander gegenseitig zu bewerben. So wird es am Hundisburger Schloss eine Info-Tafel geben, die auf das Europa-Rosarium hinweist. Im Gegenzug stellt das Rosarium eine Info-Stele auf, die die Gäste dazu animieren soll, sich auch einmal den Hundisburger Barockgarten anzuschauen. „Das Rosarium zieht weit über 100.000 Besucher jährlich an. Wenn dort für das Schloss Hundisburg geworben wird, kann das nur positiv für uns sein“, sagt Stefanie Stirnweiß vom Stadtmarketing Haldensleben.

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Werben werden die beiden Städte füreinander auch in ihren Gastgeberverzeichnissen. Außerdem sollen gegenseitige Besuche bei größeren Veranstaltungen erfolgen – so könnte es beispielsweise einen Stand des Europa-Rosariums bei den Obsttagen auf Schloss Hundisburg geben. Eine gemeinsame Aktion ist zudem bei der Feier zum 115-jährigen Bestehen des Rosariums im kommenden Jahr geplant. Dabei könnte laut Stefanie Stirnweiß beispielsweise an eine Radtour des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs angeknüpft werden, die unter dem Kürzel „Sahara“ (für Sangerhausen-Haldensleben-Radtour) schon 2016 die touristischen Höhepunkte der beiden Regionen verknüpfte. Auch auf Messen wollen das Schloss und das Rosarium künftig mit Info-Materialien aufeinander aufmerksam machen.

Die Entfernung zwischen Sangerhausen und Hundisburg sei „genau richtig“, sagte am Rande der gestrigen Vertragsunterzeichnung Felicitas Remmert. Die Geschäfsstellenleiterin des Vereins „Gartenträume“ sei immer wieder überrascht, dass selbst viele Magdeburger noch nie das Hundisburger Schloss besucht hätten, obwohl es nicht weit entfernt ist. Sangerhausen sei gerade so weit weg, dass dort neue Besucher geworben werden könnten, die auch die Strecke auf sich nehmen würden. Mit ihrer Kooperation seien das Schloss und das Rosarium und damit die Städte Haldensleben und Sangerhausen echte Vorreiter im Gartenträume-Netzwerk. Eine solche Zusammenarbeit gäbe es dort bisher noch nicht.

Schloss und Rosarium sind Leuchttürme im Netz

Diese Kooperation, so bestätigte Bärbel Schön als Geschäftsführerin des Landestourismusverbandes Sachsen-Anhalt, verbinde nun zwei der herausragenden Anlagen der Gartenträume – neben den Wörlitzer Parkanlagen seien der Barockgarten Hundisburg und das Europa-Rosarium Sangerhausen die „Leuchttürme des Netzwerks“. „Wir hoffen, dass diese Zusammenarbeit eine Vorbildwirkung hat“, sagte Bärbel Schöne.

Um ihre Freude über die künftige Kooperation auszudrücken, brachten der Geschäftsführer der Rosenstadt Sangerhausen GmbH Uwe Schmidt und Rosenkönigin Luisa I. eine Rose als Präsent mit. Die stark duftende, historische Blume der Sorte „Jacques Cartier“ wurde mit Hinweisschild auf das Rosarium in den Eingangsbereich des Schlosshofes gepflanzt.

Dass sie dort genau an der Stelle steht, an der nach der Radtour „Sahara“ schon einmal eine Rose aus Sangerhausen gepflanzt wurde, die mittlerweile allerdings eingegangen ist, sieht Uwe Schmidt nicht als schlechtes Omen. „Die Rose ist eben auch ein Lebewesen. Es passiert auch bei uns im Rosarium immer wieder, dass wir Rosen austauschen müssen. Das ist eben Natur“, sagt er. Die jetzige Rose möge den Standort im Halbschatten sehr und werde als Symbol für die gemeinsame Arbeit sicherlich gut wachsen. Ihr Bestes dafür tun wollen auch die Mitarbeiter der Schloss- und Gartenverwaltung, wie Harald Blanke bestätigte.