Haldensleben l „Saufen bis der Arzt kommt“ – für immer mehr Kinder und Jugendliche im Landkreis Börde ist das kein flapsiger Spruch mehr, sondern bitterer Ernst. Wie die DAK-Gesundheit jetzt berichtet, ist die Zahl alkoholbedingter Klinikaufenthalte von Kindern und Jugendlichen im Landkreis Börde gestiegen. Das Rauschtrinken bei Schülern bleibt somit weiter ein Problem. Laut der Krankenkasse landeten 30 Kinder und Jugendliche im Jahr 2015 mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Nach Angaben des statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt stieg die Zahl der Betroffenen im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Prozent.

„Viele Jugendliche überschätzen sich und glauben, Alkohol gehört zum Feiern und Spaß haben dazu“, sagt Michael Fräßdorf von der DAK-Gesundheit in Oschersleben. „Eine frühzeitige regionale Alkoholprävention ohne erhobenen Zeigefinger bleibt für uns unverzichtbar.“ Besonderen Anlass zur Sorge bereitet Experten der Alkoholmissbrauch bei den jüngeren Mädchen und Jungen. In der Altersgruppe der 10- bis 14-Jährigen mussten in der Region fünf Kinder in einer Klinik behandelt werden.

Kampagne „bunt statt blau“ 2017

Zur Aufklärung setzt die Krankenkasse auch 2017 die Kampagne „bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ im Landkreis Börde fort. Beim bundesweiten Wettbewerb werden Schüler zwischen 12 und 17 Jahren aufgerufen, mit Plakaten kreative Botschaften gegen das Rauschtrinken zu entwickeln. Auch die Schulen in der Region wurden angeschrieben und zur Teilnahme eingeladen, so Michael Fräßdorf.

An der mehrfach ausgezeichneten Präventionskampagne gegen Alkoholmissbrauch nahmen seit dem Jahr 2010 mehr als 80 000 junge Künstler teil. Landesschirmherrin von „bunt statt blau“ war in diesem Jahr die Bundestagsabgeordnete Marina Kermer. Im Landkreis Börde unterstützt auch Landrat Hans Walker die Präventionskampagne.

Weitere Informationen über die Aktion gibt es im Internet unter www.dak.de/buntstattblau