Haldensleben l Elf Jugendliche sitzen zusammen und unterhalten sich angeregt. Unter ihnen befinden sich Amelia aus Wanzleben, Robin aus Niederndodeleben und Christian aus Haldensleben. Sie gehören zum Kreisschülerrat. Dieser besteht aus 28 Schülern verschiedener Schulformen aus dem gesamten Landkreis Börde. Dazu gehören Schulen aus Haldensleben, Wanzleben, Niederndodeleben, Calvörde, Langenweddingen, Wefensleben, Barleben, Wolmirstedt und Weferlingen.

Der Kreisschülerrat berät sich über Fragen, die für Schüler von besonderer Bedeutung sind. Er beachtet, dass die Belange aller Schulen angemessen berücksichtigt werden. Das, was im Kreisschülerrat besprochen wird, tragen die jeweiligen Mitglieder in ihre Schulen hinein. So war es auch bei der ersten Sitzung im neuen Jahr. Auf der Tagesordnung standen Berufsbildung an Gymnasien, technische Ausstattung der Schulen, die Arbeit mit dem Jugendkreistag und weitere Projekte.

Resolution für mehr Praktika

Der Kreisschülerrat will dieses Jahr viele Projekte starten. So möchte er eine Resolution an das Landesschulamt schicken, die es Gymnasiasten ermöglicht, statt einem Praktikum zwei zu absolvieren. „Es gibt Schüler, die kein Abitur machen wollen. Diesen ist es nicht möglich, den richtigen Beruf zu finden“, meinte Hannes Hannold vom Gymnasium Wolmirstedt.

Weiterhin besprachen die Schüler Mängel in der Ausstattung und im Umgang mit Technik in den Schulen. Um diese zu beheben, planen sie als Projekt für alle Schulen eine Gesprächsrunde mit Politikern aus den Ministerien Bildung und Wirtschaft, mit der Verwaltung und Lehrern. „Das braucht viel Vorbereitung. Wir müssen uns überlegen, wen wir einladen und welche Fragen wir stellen“, erklärte Kathrin Kersting.

Außerdem kamen Antidrogen- sowie Antimobbing-Projekte und die Möglichkeit einer Ausbildung in Erster Hilfe in Vorbereitung auf den Führerscheinerwerb zur Sprache.

Eltern für Arbeitsgemeinschaft gewinnen

Darüber hinaus diskutierten die Schulvertreter das aktuelle, meist einseitige Angebot an Arbeitsgemeinschaften in Schulen. Es mangelt an Stunden, die den Lehrern zur Verfügung stehen. „Gut wäre, wenn wir Eltern mit ins Boot holen, die sich bereit erklären würden solche Arbeitsgemeinschaft-Angebote zu übernehmen“, meinte Kreisschülerrats-Vorsitzender Felix Schopf.

Nach dem Erfolg des Wettbewerbs „Börde-Talente des Jahres“ soll dieser 2018 fortgesetzt werden. Schüler ab der sechsten Klasse können ihre Talente in Musik, Kunst, Literatur und Comedy präsentieren. „Dieses Jahr wollen wir eine größere Räumlichkeit mit besserer Akustik finden. Ich stelle mir als passenden Ort die Haldensleber Kulturfabrik vor“, erklärte Kathrin Kersting.

Felix Schopf stellte das Jugendmedienprojekt „Auf den Spuren unserer Zeit“ vor, das vom Haldensleber Verein KulturHeimat und dem Verein Stendaler Fernsehen-Offener Kanal initiiert wurde. Zeitzeugeninterviews und historische sowie neue Aufnahmen Haldensleben spielen eine Rolle.