Haldensleben l Erst spät in der Nacht stand fest, wie der neue Kreistag aussehen wird. Ein Trend jedoch hatte sich bereits im Laufe des langen Wahlabends abgezeichnet. Und der sah voraus, dass es einige personelle Veränderungen geben wird.

Die größten Verluste muss die CDU hinnehmen. Ihre Fraktion schrumpft von 21 auf 16 Sitze. Allerdings bleibt sie stärkste Fraktion. Großer Gewinner des Wahlabends ist die AfD. Mit Auszählung der letzten Wahllokale überholte sie noch die SPD und schaffte den Sprung in den Kreistag. Sie besetzt neun Sitze und ist damit zweitstärkste Fraktion vor der SPD, die mit acht Sitzen vertreten sein wird und vier Plätze abgeben musste.

Gedämpfte Stimmung bei CDU

Verluste hinnehmen musste auch die Linke. Von bisher zehn Plätzen besetzt sie im neuen Kreistag nur noch sieben Sitze. Entsprechend unterschiedlich waren am Tag nach der Wahl die Reaktionen der Kreisvorsitzenden. Steffen Schroeder von der AfD sagte, man sei „sehr stolz, dass wir aus dem Stand zweitstärkste Kraft im Kreistag“ geworden sei. Im neuen Kreistag wolle man sich Niemandem verschließen und Anträge und Ideen unterstützen, die die neue Fraktion als positive Veränderung für den Landkreis und die Bürger wahrnehme.

Gedämpfte Stimmung dagegen bei der CDU. Kreistagsfraktionschef Thomas Schmette sagte, dass die CDU zunächst froh sei, wieder die stärkste Fraktion zu sein. Die Verluste seien dagegen „natürlich nicht so prickelnd“. „Es wäre schöner gewesen, wenn wir wieder an die 20 Sitze im Kreistag herangekommen wären“, so Schmette. Kreisvorsitzender Martin Stichnoth war urlaubsbedingt für die Redaktion nicht zu erreichen.

SPD spricht von Katastrophe

Deutliche Worte fand SPD-Kreisvorsitzender Frank Hüttemann: „Vier verlorene Sitze. Für die SPD ist das eine Katastrophe. Was betroffen macht ist, dass wir in den zurückliegenden Jahren im Kreistag viel angeschoben und durchgesetzt, für vieles gekämpft haben, wie Schulsozialarbeit, Förderschulen, Kreisentwicklungskonzept“. Im Wahlergebnis habe es sich aber nicht niedergeschlagen.

Bei der Linken nahm man das Wahlergebnis am Montag gefasst auf. „Unser Ziel war, aus jedem Wahlbereich zwei unserer Kandidaten in den Kreistag zu bringen. Das haben wir nicht ganz erreicht. Wir sind jedoch mit dem Ergebnis so weit zufrieden – Jubel bricht allerdings nicht aus“, sagte Kreisvorsitzender Klaus Czernitzki.

Jubel bei den Grünen

Jubel hingegen gab es bei den Grünen. Sie sind im neuen Kreistag künftig in Fraktionsstärke vertreten. „Das ist großartig“, freute sich Kreisvorsitzende Britta Heide Garben über einen zusätzlichen Sitz im Kreistag. Statt bisher zwei Vertretern und einer gemeinsamen Fraktion mit den Piraten könne man nun zu dritt eine eigene Fraktion stellen. Das erreichte Ergebnis bezeichnete sie als „historisch bestes bei einer Kommunalwahl“.

„Wir sind froh und glücklich, dass wir unsere vier Sitze im Kreistag behalten dürfen“, sagte FDP-Kreisvorsitzender René Gehre über das Wahlergebnis für die Liberalen.

Erfreut und „vom Ergebnis überrascht“ ist man bei der Unabhängigen Wählergemeinschaft UWG, wie Kreisvorsitzender Klaus Mewes am Montag sagte. Fast 10.000 Stimmen mehr als bei der letzten Kommunalwahl sei ein großartiges Ergebnis. Am Ende bescherten die zusätzlichen Stimmen der UWG einen Sitz im Kreistag mehr.