Haldensleben l 14.348 Straftaten sind bei der Kriminalpolizei in der Börde im Jahr 2018 angezeigt worden. Das waren 880 mehr als noch im Vorjahr. Aber nicht hinter jeder Anzeige steht eine Straftat oder ist eine Ermittlung notwendig. In 8447 Fällen ist die Kripo jedoch auf Spurensuche gegangen. Und das größtenteils mit Erfolg. Die Polizisten im Landkreis Börde konnten von den 8447 Straftaten, in denen sie ermittelt haben, 4855 aufdecken. Das entspricht einer Quote von 57,5 Prozent. Zum Vergleich: Sachsen-Anhalt-weit lag die Aufklärungsquote im vergangenen Kalenderjahr lediglich bei 55,6 Prozent.

In einer anderen Statistik zeigen die Zahlen aus der Börde aber einen anderen Trend als er landesweit zu verzeichnen ist. Während zwischen Altmark und Burgenlandkreis insgesamt die Zahl der Straftaten abgenommen hat, waren es im Landkreis Börde mehr als zuletzt. Den größten Anstieg musste die Polizei im Bereich Diebstahl verzeichnen. In 3101 Fällen wurde ermittelt, 76 mehr als 2017. Prozentual weist die Computerkriminalität in Form von Internetbetrug die größte Steigerung auf. Von 131 Fällen in 2017 stieg die Fallzahl auf 290, was einem Anstieg von mehr als 100 Prozent entspricht.

Landkreis Börde trotzdem der sicherste

Auch wenn die Zahlen leicht gestiegen sind verweist Revierleiterin Nicole Gründler darauf, dass der Landkreis Börde, der sicherste im Bereich der Polizeidirektion Nord ist. Das macht auch die sogenannte Häufigkeitszahl klar. Um Statistische Vergleichbarkeit bei unterschiedlich großen Landkreisen zu schaffen, wird die Anzahl der erfassten Fälle mit 100.000 multipliziert und dann durch die Einwohnerzahl geteilt. So kann errechnet werden, wie viele Straftaten auf 100.000 Einwohner kommen. Im Landkreis Börde sind es 5142, landesweit sind es hingegen 7900. „Man sieht also, die Bürger können sich bei uns sicher fühlen“, sagt Kriminalhauptkommissar Helge Haensch, der im Jahr 2018 die Kripo kommissarisch geleitet hat.

Ein Vorurteil kann der Kriminalist ebenfalls mit der Statistik widerlegen. Von den 3500 Tatverdächtigen hatten lediglich 387 nicht die deutsche Staatsbürgerschaft. Der Anteil an Straftaten beläuft sich damit auf vier Prozent. Dass Kriminalität in erster Linie eine Männerdomäne ist, zeigt die aktuelle Statistik leider auch. Von den 3500 Tatverdächtigen waren 2568 Männer. Allerdings sei bei den Frauen bereits seit einigen Jahren ein leichter Anstieg festzustellen, so Helge Haensch.

Viele Erfolge für Polizisten

Woran sich der Haldensleber Hauptkommissar besonders gern erinnert, sind natürlich die Erfolge, die er mit seinem Team im vergangenen Jahr vorzuweisen hatte. So ist ihm besonders in Erinnerung geblieben, wie eine Serie von Autoaufbrüchen aufgeklärt werden konnte. Der 43-Jährige Tatverdächtige, der gestellt werden konnte, hatte im Laufe des Jahres rund 50 Autos in Haldensleben, Calvörde, Oebisfelde und der Westlichen Börde aufgebrochen. Außerdem hatte der Mann auch in Niedersachsen mehrfach zugeschlagen.

Überhaupt funktioniere die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg sehr gut, betonte Helge Haensch. In vielen Fällen würde man mit den zuständigen Inspektionen in Helmstedt oder Wolfsburg eng zusammenarbeiten.

Waffen und Drogen

Besonders Aufsehen erregend war ein Einsatz Ende September 2018. Als die Kriminalpolizei die Wohnung eines sogenannten Reichsbürgers in Klein Wanzleben durchsuchte, fand sie zahlreiche Waffen, darunter auch ein Sturmgewehr mit 500 Schuss Munition.

Aber nicht nur Waffen konnten die Kriminalisten in der Börde beschlagnahmen. Im August wurden zwei Kilogramm Drogen bei einem 44-jährigen Barleber sichergestellt werden. Bei einer Wohnungsdurchsuchung in Oschersleben im Dezember kamen 1,5 Kilogramm Drogen zum Vorschein.