Haldensleben l Es gibt Fälle, die Polizeibeamten durchaus in Erinnerung bleiben. Seien es erfolgreiche Ermittlungen der Kriminalpolizei oder nicht alltägliche Einsätze der Streifenbeamten. Da bildete das vergangenen Jahr keine Ausnahme.

Die Blutspur

Einbruchsdiebstähle aufzuklären, das ist für die Kriminalpolizei nicht die einfachste Arbeit. Nur schwer lassen sich die Täter ermitteln, die beim Eintreffen der Polizei in den meisten Fällen bereits das Weite gesucht haben. Doch es gibt auch Erfolge.

So konnte die Polizei im vergangenen Jahr einen Dieb dingfest machen, dessen Straftat schon zwei Jahre zurücklag. Er hatte am 12. Mai 2017 die Schaufensterscheibe eines Elektronikgeschäfts in der Haldensleber Hagenstraße eingeschlagen. Er verschwand daraufhin, nur um Minuten später wieder zum Tatort zurückzukehren und eine zweite Scheibe einzuschlagen. Anschließend stahl er Computerkleinteile und -zubehör aus der Auslage.

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Der Täter flüchtete erfolgreich vor der Polizei, hatte sich aber an den Glassplittern verletzt und so Blutspuren am Tatort zurückgelassen. Diese gingen an das Landeskriminalamt zur DNA-Analyse, und das landete einen Volltreffer: Der junge Mann war bereits mit seiner DNA in der Datenbank registriert. Der inzwischen 18-Jährige räumte im Januar 2019 bei seiner polizeilichen Vernehmung diesen Einbruch sowie weitere Straftaten ein.

Kommissar Zufall

Bei einem Einbruch in das Schützenhaus Hadmersleben ließen Einbrecher in der Nacht zum 19. März 2019 mehrere Waffen mitgehen. Nur einen Tag später durchsuchte die Polizei die Wohnung eines 22-jährigen Oscherslebers – allerdings wegen einer ganz anderen Straftat. Die Polizei stellte bei diesem Einsatz auch die Waffen aus Hadmersleben sicher. Darüber hinaus fanden sie mehrere Werkzeuge, Laptops, kristalline Substanzen, ein neuwertiges Mountainbike, eine Machete sowie ein Butterfly-Messer. In einem auf den jungen Mann zugelassenen VW Golf, an dem gefälschte Kennzeichen angebracht waren, entdeckten die Beamten neben unverzollten Zigaretten und mehreren amtlichen Kennzeichentafeln auch Tatwerkzeuge wie Handschuhe, Bolzenschneider und Zangen. Den Einbruch in Hadmersleben hatte der 22-Jährige bei der Polizei gestanden.

Die Lebensretter

„To protect and to serve“ – schützen und dienen – ist seit 1963 das Motto der Polizeibehörde von Los Angeles in den USA. Doch das Schützen und das Dienen gehört durchaus auch zum Beruf der hiesigen Polizeibeamten. So am 2. April 2019, als im Haldensleber Polizeirevier die Meldung auflief, dass eine 30-jährige Patientin aus dem Ameos-Fachkrankenhaus nicht mehr auf ihrer Station sei. Die junge Frau galt als selbstmordgefährdet und war in der Vergangenheit schon mehrfach von die Polizei aufgefunden worden. Mit vier Funkstreifenwagen suchte die Polizei die bisherigen Auffindeorte ab. Schließlich wurde die vermisste Person in der Nähe der „Alten Ziegelei“ bei Haldensleben gefunden. Sie hatte sich bereits mit einer Glasscherbe den Arm aufgeschnitten und blutete stark. Die Polizeibeamten vor Ort übernahmen die medizinische Erstversorgung, der Rettungsdienst brachte die Frau dann ins Krankenhaus.

Welpenschutz

Ein gutes Ende nahm ein Einbruchsdiebstahl, der sich in der Nacht zum 16. Juni 2019 ereignete. Unbekannte hatten sich gewaltsam Zutritt auf das Gelände des Tierheims in Satuelle verschafft und den Maschendraht eines Hundezwingers aufgetrennt. Ihre Beute: zwei kleine Welpen. Doch schon am nächsten Tag konnten die Chihuahua-französische Bulldoggen-Mischlinge nach einem Hinweis in den sozialen Medien wieder „in Gewahrsam“ genommen werden. Angeblich hatte ein 22-Jähriger sie von einem Bekannten bekommen, um auf sie aufzupassen. Die Polizei übergab die Vierbeiner wieder dem Tierheim.

Befreiungsaktion

Stubenarrest der besonderen Art bekam am 21. September eine 22-Jährige in Oschersleben. Sie war von ihrem zweijährigen Sohn versehentlich in dessen Kinderzimmer eingeschlossen worden. Allerdings bekam der Steppke die Tür von allein nicht wieder auf. Da die Frau keinen Schlüsseldienst erreichen konnte, meldete sie sich in ihrer Not bei der Polizei. Beamte machten sich unverzüglich auf den Weg, mussten aber zunächst den Jungen überreden, ihnen die Wohnungstür zu öffnen. Erst danach konnten sie seine Mutter aus dem Kinderzimmer befreien.

Kuriose Meldung

Die Pressemitteilungen, die die Volksstimme täglich zum Polizeigeschehen bekommt, werden von den Redakteuren noch einmal überarbeitet. Doch es gibt auch Mitteilungen, die dafür einfach zu schade sind.

Überschrift: Ordnungswidriges Verhalten mit anschließendem Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamte

Text: Haldensleben. Am 14.10.2019, gegen 11:45 Uhr, querte die Betroffene mehrfach die vielbefahrene Gerikestraße, ohne auf den Verkehr zu achten. Bei der anschließenden Flucht fiel die Betroffene in den Lichtschacht am Polizeirevier. Durch hinzugeeilte Beamte sollte sie in Gewahrsam genommen werden, jedoch widersetzte die Betroffene sich mit massiver körperlicher Gewalt dagegen. Nur mit angelegter Schutzausrüstung gelang schließlich die Gewahrsamnahme. Sie wurde in das Revier verbracht und in der Folge an eine Hilfeeinrichtung übergeben. Wer kennt die Betroffene? Hinweise an das Tierheim in Satuelle unter der Telefonnummer: 039058 – 3012.