Haldensleben l Die Haldensleber mögen Rockkonzerte, aber Ostrock meiden sie. Sie lauschen gern überregionalen Künstlern und lachen leidenschaftlich gern über Kabarett. Sie sind ein dankbares Publikum und für Experimente immer offen. So lautet das Fazit von Janina Otto, Leiterin des Alsteinklubs der Haldensleber Kulturfabrik. Das Kulturjahr 2017 war durchschnittlich, 2018 verspricht mehr.

Es sei „ein ganz normales Jahr“ gewesen, resümiert Janina Otto. Die Besucherzahlen blieben mit 13.000 konstant. Im Vorjahr waren es zwar knapp 1000 Besucher mehr, doch im Jubiläumsjahr 2016 wurden ohnehin mehr Veranstaltungen angeboten. Laut Stadtverwaltung kamen etwa 30.000 Euro aus Eintrittsgeldern zusammen. Im Jubiläumsjahr 2016 waren es knapp 5000 Euro mehr. „Wir haben den Rekord nicht erreicht, aber wir sind trotzdem zufrieden“, sagt Janina Otto.

2017 war ein durchschnittliches Jahr

Zufrieden waren vor allem auch die Besucher – dafür, dass die Akteure der Kulturfabrik sich immer wieder an neue Veranstaltungen heranwagen. Dazu zählt zum Beispiel die Veranstaltung „Filmreif“, bei der drei Cellisten und ein Pianist Filmklassiker auf die Bühne brachten. Ob Star Wars oder Ghost Busters – die Palette der Musiker war überraschend. „Solche Experimente kommen beim Publikum immer wieder gut an“, so Janina Otto. „Das wollen wir auch 2018 so beibehalten. Es gibt kulturell so viel zu entdecken.“

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Entdeckt haben auch viele Akteure das Veranstaltungs- und Kulturzentrum im Herzen Haldenslebens, die das Programm 2017 belebten. „Die Vermietung unserer vier Räume hat stark zugenommen“, so Janina Otto.

Für öffentliche Veranstaltungen, Seminare oder Messen stehen Interessenten die Türen der Kulturfabrik zur Miete offen. Teilweise sei laut der Leiterin des Alsteinklubs das ganze Haus gemietet und mit Leben gefüllt worden. So lagen die Einnahmen aus der Vermietung bei etwa 8300 Euro, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Im Vorjahr 2016 waren es noch 1000 Euro weniger.

13.000 Besucher

Das Team des Alsteinklubs steht den Akteuren beratend zur Seite, betreut die Veranstaltungen und hilft bei Um- und Abbau. Bis zu 1200 Vermietungen seien pro Jahr theoretisch möglich, aber „das können wir personell nicht abdecken“. Deshalb mussten manche Interessenten abgelehnt werden, wie Janina Otto bestätigt: „Wir müssen dann auch mal Nein sagen, damit wir den Mitarbeitern nicht zu viel zumuten.“

Die Haldensleber nehmen den Input von außen gern an. Besonders gut kam Sänger Tino Standhaft an, der Songs von Neil Young, den Rolling Stones und Eric Clapton im Gepäck hatte. Die Loriot-Lesung Johann von Bülows, die im Rahmen der Literaturtage stattfand, war ebenfalls bestens besucht. Der junge Russe Alex Polianin überzeugte mit seinem Experiment „Fjordwalker“ mit melodiösen Soundlandschaften aus dem fernen Nordosten.

Zahl der Vermietungen steigt

Das kulturell-musikalische Angebot soll im Jahr 2018 noch komplettiert werden. Seit einigen Jahren arbeiten die Mitarbeiter der Kulturfabrik daran, eine Genehmigung für eine Tanzveranstaltung zu erhalten – in diesem Jahr könnte es laut Janina Otto, wenn alle Auflagen erfüllt sind, so weit sein. „Es soll eine Disko im Stile einer Ü30-Party mitsamt DJ angeboten werden“, sagt sie. Dabei handle es sich zwar nicht um eine kulturelle Veranstaltung, aber eine zusätzliche Vergnügung als Anreiz für die Besucher.

Doch nicht nur tanzen, auch lauschen können die Gäste des Kulturzentrums im Jahr 2018 wieder. Das A-cappella-Quartett „Les Brünettes“ will mit Frauenpower und einer Hommage an große Musikerinnen der Geschichte erinnern.

In die Musikrichtung Jazz geht es mit der zweiten Auflage der Jazzlounge: Das Pulsar Trio, ein Instrumental-Projekt, wird indischen Jazz zum besten geben. Experimentierfreudig wird es mit dem Konzert von „Vika“, wo Klaviermusik auf Metal trifft. Für die Lachmuskeln ist das Kabarett-Theater „Herkuleskeule“ aus Dresden zu Gast in Haldensleben.