Corona

Kulturfabrik: Leere Stuhlreihen ade

Die Sommerpause in der Kulturfabrik Haldensleben fällt in diesem Jahr aus. Grund ist die gerade vergangene Corona-Zwangspause.

Von Juliane Just

Haldensleben l Wochenlang war die Kulturfabrik menschenleer. Das Haus, das normalerweise belebt ist, war verwaist. Die Corona-Pandemie zwang die Kulturfabrik zur Schließung. Doch nun ist die Zwangspause beendet – und damit auch die „vorgezogene“ Sommerpause.

Normalerweise macht die Kulturfabrik im Juli und August Pause. „Wir hatten jetzt drei Monate lang geschlossen, dann hängen wir nicht noch zwei Monate hinten dran“, sagt Janina Otto, Leiterin der Kulturfabrik. Normalerweise findet im Juli ausschließlich das Sommerferienspektakel statt. In diesem Jahr hat die Kulturfabrik 16 Veranstaltungen im Juli sowie weitere sechs im August auf die Beine gestellt. „Normalerweise zieht es die Leute im Sommer nach draußen, aber in diesem Jahr ist eben alles ein bisschen anders“, so Janina Otto. Bisher könne sie noch nicht abschätzen, wie das Sommerangebot angenommen werde. „Es ist kein Andrang, aber Nachfragen sind da“, resümiert die Kulturfabrik-Leiterin. Ziel des Teams: Die Kulturfabrik in diesem Sommer beleben.

Doch nicht nur neue Veranstaltungen wurden ins Programm eingefügt, auch feste Größen werden im Blick behalten. So wird an den geplanten Veranstaltungen mit dem Magdeburger Kabarett „Zwickmühle“ festgehalten, aber eben unter den aktuellen Voraussetzungen. So werden anstatt zwei Vorstellungen insgesamt vier angeboten. „Wir versuchen für viele Veranstaltungen einen Weg zu finden, damit nicht erst 2021 wieder Kultur in Haldensleben stattfindet“, sagt Janina Otto. Oftmals sei nun auch das Publikum gefragt, da Karten umgetauscht werden müssen oder die Zeiten der Veranstaltung sich ändern.

Ab dem 12. März mussten die Türen der Kulturfabrik geschlossen bleiben. Das fünfköpfige Team tüftelte trotzdem weiter an Veranstaltungen, damit Kultur auch in diesen Zeiten nicht entbehrlich wurde. Von Mai bis Juni wurden alle Veranstaltungen abgesagt. „Das frühere Streben nach riesigen Veranstaltungen brauchen wir jetzt nicht“, sagt Janina Otto. Es helfe schon, die Tür für kleinere Personengruppen zu öffnen. Die Kulturfabrik ohne Kultur, das möchte sie jedenfalls nicht mehr erleben.