Haldensleben l Zu Zeiten wie diesen ist Abstand halten wichtig, um sich selbst zu schützen. Aber gerade in Notsituationen, wenn man Erste Hilfe leisten muss, lässt sich der Abstand gerade nicht einhalten. Wie kann man sich dabei schützen, wenn beispielsweise eine Herz-Lungen-Wiederbelebung notwendig ist? Sylvia Koller, Ausbilderin beim Deutschen Roten Kreuz im Kreisverband Börde, gibt Tipps.

Selbstschutz beachten

„Das Wichtigste ist, dass man hilft. Nur eines ist falsch – nämlich nichts zu tun und das ist strafbar“, betont Koller. Manchmal reiche es sogar, die Person beruhigend abzulenken oder die Hand zu halten, so die Ausbilderin. Unterstützung bekomme man zusätzlich beim Absetzen des Notrufes von der Leitstelle: „Die Mitarbeiter fragen alle notwendigen Informationen ab und helfen, wenn man sich unsicher ist.“

Fakt ist, dass Erste-Hilfe-Maßnahmen vorgenommen werden müssen, aber unter erhöhten Selbstschutz. Neben Einmalhandschuhen für den Helfer sei eine Mund-Nasen-Maske oder ein Tuch für Verletzte und Helfer eine Möglichkeit, um das Ansteckungsrisiko zu verringern. Sofern es möglich ist, sollte auch der Abstand gewahrt werden, das sei jedoch situationsabhängig, erklärt Koller.

Trösten, Verletzungen zu kühlen oder Wunden zu versorgen fällt den meisten nicht schwer. „Liegt aber eine Person am Boden und reagiert nicht mehr auf Ansprache, hängt alles von der Atmung ab“, sagt Koller. Die Atemkontrolle sei durch Auflegen der Hand auf dem Oberbauch leicht durchzuführen. So spüre man das Heben und Senken des Brustkorbes. Eine Kontrolle über dem Mund sollte vermieden werden, warnt Koller. „Ist die Atmung vorhanden, legt man die Person in die stabile Seitenlage“, erörtert die Ausbilderin den nächsten Schritt. Ohne Bewegung des Brustkorbes werde die Atmung und der Kreislauf von außen durch den Helfer ersetzt.

Kurse sind gut besucht

Dies erfolge über eine Herz-Druck-Massage und die Mund-zu-Mund-Beatmung. Bei unbekannten Menschen solle aus Gründen des Selbstschutzes die Beatmung vermieden werden, so Ausbilderin Koller weiter. Deshalb sei mindestens die Herzdruckmassage vorzunehmen (100 - 120 Mal pro Minute) bis der Rettungsdienst eintrifft.

„Unsere Erste-Hilfe-Kurse sind momentan gut besucht. Die Kursteilnehmer werden in allen Bereichen geschult“, erzählt Sylvia Koller. Nur die Methodik sei den Vorgaben der Berufsgenossenschaften angepasst worden. Dabei sei auch die Herz-Lungen-Wiederbelebung ein Bestandteil des Unterrichts. „Dabei achten wir auf die Einhaltung der allgemeinen Regeln, insbesondere des Tragens des Mund-Nasen-Schutzes und der Einmalhandschuhe bei allen Übungen. Eine Desinfektion der Puppen nach jedem Teilnehmer ist ohnehin die Regel“, erklärt Koller.

Die Wundversorgung, stabile Seitenlage und die Herz-Lungen-Wiederbelebung zu üben soll den Teilnehmern die Angst nehmen und zum Handeln animieren.