Calvörde/Zobbenitz l Es ist vermutlich ein junges Tier, das sich beim Erkunden der Umgebung verlaufen hat. Zu diesem Ergebnis kommen die Experten vom Wolfskompetenzzentrum in Iden. Groß war die Aufregung, als am 13. Februar ein Wolf in der Gemeinde Calvörde gesichtet wurde. Gleich mehrere Beobachter hatten ihre Kamera oder ihr Handy parat, um das Tier in Bild und Video festzuhalten. Ein Autofahrer filmte das Tier, als es in der Nähe der Damm-Mühle bei Berenbrock über die Straße lief. Kurze Zeit später sind die Aufnahmen bei Facebook und WhatsApp zu sehen.

Nicht jeder freut sich über Wölfe

Während sich mancher Tierfreund über die neuen Bewohner der heimischen Wälder freut, sind viele Tierhalter überaus besorgt. In der Vergangenheit gab es im Besonderen in der Region um Uthmöden und im Drömling Wolfsrisse.

Wie der Monitoringbericht 2019/2020 des Landesamtes für Umweltschutz zeigt, gibt es zwei Rudel im Landkreis Börde. Beim Monitoring werden die wissenschaftlichen Daten zur Ausbreitung einer Tierart erfasst. Eines der Börde-Rudel befindet sich im Territorium Haldensleben, das andere im Flechtinger Höhenzug.

Bilder

Isegrimm ging gemütlich über Acker

Mit der Fotokamera fing der Zobbenitzer Horst Przygode den Wolf ein. „Ich spazierte von Calvörde nach Zobbenitz, da sah ich Isegrimm gemütlich über den Acker gehen“, schilderte der Zobbenitzer, der seine Kamera meist „schussbereit“ am Mann hat. „Ich habe kein Problem mit den Wölfen, sie sind nun mal wieder hier“, sagte Przygode.

Den Mitarbeitern des Wolfskompetenzzentrums (WZI) in Iden (Landkreis Stendal) wurden an diesem Tag drei belegte Sichtungen des Tieres gemeldet. „Es handelt sich vermutlich um ein jüngeres Tier, das sich beim Erkunden der Umgebung ein wenig verlaufen hat. Es sind leichte Anzeichen einer Räude-Erkrankung zu erkennen“, schilderte Ines Wahl, Dezernentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt.

Wolf scheut angeblich Menschennähe

Nach den Ausführungen der Wolfsexperten vom WZI müssen sich die Bewohnerinnen und Bewohner keine Sorgen machen. „Der Wolf zeigt in den bekannten Videos, dass er sich in der Nähe von Menschen unwohl fühlt“, erklärte Ines Wahl.

Tierhaltern werde grundsätzlich – unabhängig von dieser Sichtung oder anderen Hinweisen - empfohlen, Herdenschutzmaßnahmen zu ergreifen, da in ganz Sachsen-Anhalt immer mit durchziehenden oder ansässigen Wölfen gerechnet werden muss. Das WZI bietet kostenlos Herdenschutzberatungen am jeweiligen Ort an. „Herdenschutzmaßnahmen wie zum Beispiel geeignete Zäunungen werden bis zu 100 Prozent vom Land Sachsen-Anhalt gefördert“, sagte die Mitarbeiterin des Umweltamtes.

Wolf vermutlich "weitergelaufen"

Nach dem 13. Februar seien beim WZI keine weiteren Meldungen über dieses Tier eingegangen. „Der Wolf ist also höchstwahrscheinlich weitergelaufen“, ergänzte sie.

Sollte der junge Wolf wieder in der Calvörder Gegend gesichtet werden, bitten Mitarbeiter des WZI darum, sie telefonisch unter 039390/6481, per E-Mail unter wzi@lau.mlu.sachsen-anhalt.de oder per Online-Formular unter www.lau.sachsen-anhalt.de/wzi zu informieren.