Althaldensleben l Ein Begegnungsort für Generationen, ein Caravanstellplatz für Gäste, ein Platz für Jedermann – an Ideen für den Ollner Sportplatz mangelte es in den vergangenen Monaten nicht. Doch die meisten Vorhaben verliefen sich im Sande, die Corona-Pandemie verzögerte Gespräche und Verhandlungen. Nun wollte die SPD-Fraktion im Schul-, Sozial-, Kultur- und Sportausschuss Anfang November wieder Bewegung in die Sache bringen.

Rückblick: Im August 2019 meldete der Integrative Sportverein Haldensleben 05 (ISV), bis dato Pächter des Geländes, Insolvenz an. Die Stadt kommt seither für Pflege und Wartung des Platzes auf. Klar war jedoch von Anfang an, dass sich die Stadt neben fünf anderen Sportstätten nicht noch eine leisten kann. Mehrere Akteure schlugen Ideen für die künftige Nutzung des Platzes vor, geeinigt hat man sich letztendlich auf keine.

Bolzplatz für Jedermann und Partylocation

Deshalb reichte die SPD-Fraktion nun zwei Anträge ein, die sich abermals mit der Zukunft des Sportplatzes an der Lindenallee beschäftigen. Darin wurde zum einen die Umwidmung des ehemaligen ISV-Sportplatzes in einen öffentlichen Bolzplatz und Sportplatz für Jedermann gefordert. Zum anderen solle das ehemaligen Vereinsgebäude laut Antrag hergerichtet und zu einer „frei vermietbaren Location für Familienfeiern und privaten Kursanbietern“ werden. „Die finanziellen Mittel sollten sich gering halten, aber wir wollen den Platz gern wieder öffentlich machen“, erklärt Bernhard Hieber, Fraktionsvorsitzender der SPD.

Die Idee stieß im Sozialausschuss jedoch aus Skepsis. So äußerte sich CDU-Stadtrat Tim Teßmann: „Keiner weiß, was da für Kosten auf uns zukommen.“ Das Gebäude sei verfallen und könne wahrscheinlich nicht so schnell hergerichtet werden wie gewünscht. Er befürworte die bereits vorgetragene Idee von Reinhard Schreiber, seinerseits Stadtratsmitglied (WPA) und Althaldensleber. Er schlug im Februar 2020 vor, das Areal einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Dafür sollte ein Verein gegründet werden, in dem sich Interessierte organisieren und der die Zügel für das Projekt in der Hand hat.

Idee eines Großvereins ist vorerst geplatzt

Reinhard Schreiber bekräftigte im Sozialauschuss, dass die Bedingungen für seine Idee sich durch die Corona-Pandemie geändert hätten. Ursprünglich wollte er den Castingsportlern, die den Platz jahrelang für ihre Trainingseinheiten nutzten, die Organisation des Großvereins rund um den Ollner Sportplatz überlassen. Doch durch die Corona-Pandemie gebe es derzeit nur noch vier aktive Mitglieder in dem Verein – zu wenig, um ein solches Projekt zu tragen.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Wendler ließ im Sozialauschuss verlauten, dass auch die Verwaltung in dieser Sache nicht untätig war. „Bedauerlicherweise wird die Idee eines Großvereins nicht zustandekommen“, sagte sie. Deshalb habe die Stadt erneut Kontakt zu dem dritten Interessenten Uwe Reinhold aufgenommen, dem ein Caravanstellplatz mit Gastronomie und Freizeitangeboten vorschwebte. Die Stadt könne sich einen Mix aus öffentlicher Fläche und dem Caravanstellplatz vorstellen. Wendler betonte: „Der Platz ist wichtig für Althaldensleben und wir benötigen eine gemeinsame Lösung.“

Reinhard Schreiber war schließlich derjenige, der die lange Diskussion im Ausschuss beendete. „Es ist ein unglücklicher Zeitpunkt für dieses Thema“, sagte Schreiber abschließend und beantragte die Vertagung des Themas auf das Frühjahr 2021. Die Ausschussmitglieder stimmten dem zu. Damit bleibt die Zukunft des Sportplatzes weiterhin in der Schwebe.