Kämkerhorst/Mannhausen l Touristische Besonderheiten, Vogelgezwitscher, Köstlichkeiten aus der Region und Frühlingswind um die Ohren bekamen die Teilnehmer der Ausbildung zum zertifizierten Natur- und Landschaftsführer.

Im November des letzten Jahres begann der Kurs. Jeden Montagabend treffen sich die Teilnehmer zweieinhalb Stunden zu einem bestimmten Thema. Es wurde bereits über die Geschichte, über die Tiere und Pflanzen des Drömlings, über die Lebensräume Gewässer und Grünland sowie über den Rastvogelzug gesprochen.

Treffen gibt es jeden Montag

 „Ziel ist es, dass die Teilnehmer nach der Ausbildung Interessierte zu Themen, die sie sich selbst aussuchen, durch den Naturpark führen“, erklärte Sabine Wieter, Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit in der Naturparkverwaltung. Zur Ausbildung gehören auch drei Exkursionen. Ein Lehrausflug zum Schwerpunkt „Vernässungszonen“ führte im Januar in den niedersächsischen Teil des Drömlings.

Nun galt es, im südlichen Teil des Naturparks touristische Sehenswürdigkeiten zu erkunden. „Wir haben die dreistündige Tour mit 18 Stellen an der Schleuse in Kämkerhorst begonnen, dann ging es zur Tourist-Info nach Mieste. Wir waren auch an der Waldschleuse bei Calvörde. Natürlich gehörten auch die Apfelhütte in Kämeritz und das Deutsche Eck dazu. Vom Beobachtungsturm am Jercheler Heuweg haben wir zwei Kraniche beim Balzen zugesehen“, sagte Naturparkleiter Fred Braumann.

Exkursionen Teil der Ausbildung

Bei den Exkursionen sollen die Natur- und Landschaftsführer – nach Ansicht von Braumann – erst mal den Drömling für sich selbst verinnerlichen, den Naturpark kennenlernen und sich einen eigenen Themenbereich auswählen, um dann andere für die Natur zu begeistern. Die Teilnehmer kommen aus den unterschiedlichsten Städten und Orten wie Magdeburg, Haldensleben, Klötze und Helmstedt.

„Ich war überrascht, dass sich 32 Interessenten angemeldet und bei dem straffen Programm auch 30 von ihnen durchgehalten haben. Die Teilnehmer sind offen und total wissbegierig. Viele sind heute zum ersten Mal in diesem Teil des Drömlings“, weiß Sabine Wieter und gesteht, dass sie zuvor noch nie im Velsdorfer Wald unterwegs war.

Drei Stunden unterwegs

Als Nächstes sollen die Naturfreunde unter der Leitung von Naturparkmitarbeiter Wolfgang Sender auch im nördlichen Drömling die touristischen Schwerpunkte wie Siedlungen und Kolonien kennenlernen. Später folgt der Moorschutz. Bis zum 18. Mai sollen die Teilnehmer eine Hausarbeit über ihr speziell ausgesuchtes Thema abgeben.

Die künftigen Naturführer wollen zum Beispiel Fahrradwanderungen leiten, über die Flachwasserzone sprechen oder auch über das Gelände des Info-Hauses in Kämkerhorst führen. Das Natur Coaching hat sich Birgit Pilz als Thema ausgesucht. „Natur Coaching heißt, dass Menschen in die Natur gehen und sie auf eine ganz spezielle Art und Weise – also mit offenen Sinnen – kennenlernen. Der Mensch soll sich dann von irgendetwas anziehen lassen, wo seine Aufmerksamkeit hinwandert."

"Zum Beispiel könnte das eine Blume oder ein Baum sein", fährt Birgit Pilz fort. "Man überlegt, was hat dieses Pflanzenwesen mit mir zu tun. Man geht in die Auseinandersetzung über die Natur zu sich selbst“, erklärte die Sozialarbeiterin aus dem niedersächsischen Barwedel. Sie ist sich sicher, dass die Menschen, wenn sie mit dem Herzen fühlen und wissen, dass sie ein Teil des Ganzen sind, die Natur mehr schützen. Nach der Tour stärkten sich die Teilnehmer bei gegrillten Galloway-Würstchen.

Einführung in die Erlebnispädagogik

Mit einer Einführung in die Erlebnispädagogik füllte sich der Nachmittag. Dazu ging es auf die Wiese am Tümpelteich. „Ich habe mir Hosentaschenspiele überlegt. Es wird nicht die klassische Erlebnispädagogik, sondern eher eine spielerische Verbindung zur Natur“, erklärte Karin Feißel und ließ einen Stein durch die Runde wandern.

Jeder, der den Stein in den Händen hielt, stellte sich vor und schilderte seine Ideen zum Kurs. Die Erlebnispädagogin verriet, dass sie selbst ihre Wurzeln in Elsebeck hat und als Kind viel im Drömling unterwegs war. Der Erlebniskurs startete mit einem Spiel zu zweit, bei dem jeder seine ganz eigene Wahrnehmung von der Natur beschrieb.

Die abschließenden Prüfungen der Naturführer an den verschiedenen Standorten sollen dann im Mai und im Juni stattfinden. Am Freitag, 22. Juni, um 15 Uhr sollen die Zertifikate in Kämkerhorst feierlich übergeben werden.