Rottmersleben l Gegenüber seinen Besuchern zieht der Vorsitzende der Geschäftführung der Agrargesellschaft Rottmersleben, Thomas Seeger, ein eher gemischtes Fazit. „Die Trockenheit trifft uns schon“, sagt er. „Wir gehen von bis zu 30 Prozent Einbußen bei der Ernte aus.“

Die Versorgung der 500 Bullen, die ausschließlich der Fleischversorgung dienen sollen, sei soweit sichergestellt. So zeigt Seeger dem Amtsleiter Dr. Hans-Joachim Krohm und den Amtstierärzten Julian Nadler und Stefan Brücher auch den Ablauf der aktuellen Maisernte. Manfred Schütze, Leiter der Tierproduktion und Daniel Rein, Leiter der Pflanzenproduktion, geben ebenfalls Einblicke in die Abläufe bei dem Betrieb.

Versorgung der Tiere gesichert

Auf einem Feld bei Ackendorf sichten die Fachleute die Feldfrüchte. „Man sieht hier einige gut gewachsenen Exemplare, daneben aber auch viele kleinere Maiskolben“, stellt Hans-Joachin Krohm fest. Selbst die guten Äcker mit Bodenwertzahlen von 95 an aufwärts liefern in diesem Jahr nicht wie gewohnt.

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„Ich habe den Bördeboden in meiner Zeit als Vorsitzender der Geschäftsführung noch nie so stauben sehen“, erläutert Thomas Seeger. „Das zeigt uns anschaulich, wie trocken es in diesem Jahr ist.“ Martin Stichnoth stimmt ihm zu. „Der Fachbereich Wirtschaft ist Chefsache – wenngleich es auch eine freiwillige Leistung des Landkreises ist. Daher bin ich ganz dankbar, heute die Möglichkeit zu haben, die Abläufe einmal persönlich anzuschauen.“ Außerdem werde er demnächst den Kontakt zum Bauernverband aufnehmen. Dessen stellvertretender Vorsitzender ist übrigens Thomas Seeger.

Kontakt zum Bauernverband geplant

Die Vertreter des Veterinäramtes nahmen auch die Lagerung der Ernte unter die Lupe. Der geschredderte Mais wird in Silos aufbewahrt. „Wir verfügen über elf Einzelsilos, in denen wir 20.000 Tonnen aufbewahren können“, berichtet Seeger dazu. Engpässe bei der Versorgung der Bullen sehe er erst einmal nicht.

„Das ist in anderen Landstrichen nicht so“, erzählt Hans-Joachim Krohm. „Der Preis für Rindfleisch bewegt sich derzeit in Richtung Keller. Viele Betriebe veräußern ihre Tiere jetzt, da das Futter nicht ausreicht.“ So gesehen sei es erfreulich, dass in Rottmersleben trotzdem noch gegen den Trend gearbeitet werden könne. Hier werden im Pflanzenbereich noch Raps, Gerste und Weizen angebaut. „Wobei wir auch hier mit bis zu 30 Prozent Einbußen rechnen“, führt Seeger aus. Allerdings liege die Ernte in diesem Jahr so früh wie nie zuvor.

Oft werden Tiere verkauft

Der Rungang endet mit einem Fachgespräch beim Ortsbürgermeister Hans-Eike-Weitz (SPD), in dem die Fachleute ihre Bilanz ziehen. Der Landrat trägt sich bei der Gelegenheit in das Goldene Buch der Gemeinde in, wie es vor ihm schon seine Vorgänger Thomas Webel und Hans Walker (beide CDU) getan haben. Stichnoth war hier schon in der Vergangenheit bei Veranstaltungen zu Gast.