Erxleben l Mit einem dreisten Diebstahl von rund 100 Kilogramm Zwiebeln hat es die Bio-Bördegärtnerei in Erxleben zu tun. Über Nacht verschwanden die zuvor zur Abholung abgeernteten Bollen direkt vom Acker – und das zum wiederholten Mal.

„Wir sind unheimlich verärgert, aber auch enttäuscht“, sagen Isabelle Merdon und Benjamin Smids. Seit 2012 führen die beiden Unternehmer die Gärtnerei mit dem Gemüseanbau in Erxleben. Auf 18 Hektar rings um den Ort wird das Bio-Gemüse angebaut, gehegt gepflegt und geerntet. Hier und da sei schon mal ein Kohlkopf verschwunden oder ein paar Erdbeeren zu wenig an den Pflanzen ließen vermuten, dass sich dort jemand bedient hat. Doch ein solcher Diebstahl wie jetzt trifft auf komplettes Unverständnis bei den Anbauern.

Bereits Anfang Juli, in der Nacht zum 3. Juli, und Mitte August, in der Nacht auf den 13. August, registrierten die Landwirte zwei Diebstähle von jeweils rund 50 Kilogramm Zwiebeln, wobei die Ernte bei der ersten Aktion noch nicht einmal annähernd reif gewesen sei, wie Isabelle Merdon erzählt.

Schild aufgestellt

Nach dem ersten Klau in der Nacht zum 3. Juli wurde von seiten der Bio-Gärtner ein knallgelbes, selbstgemachtes Schild am Feld aufgestellt, damit „die Leute auch wissen, dass wir den Schaden sehr wohl bemerkt haben“. „Finger weg von unserem Gemüse! Wir verdienen damit unseren Lebensunterhalt“, war darauf unter anderem zu lesen.

Doch nun sei der Schaden so groß und „wir sind so verärgert über die Dreistigkeit und Rücksichtslosigkeit, mit der die Diebe gehandelt haben, das wir die Tat bei der Polizei angezeigt haben“, so Isabelle Merdon.

Denn: Es fehlen nicht nur geschätzte 100 Kilogramm Zwiebeln. Mindestens doppelt so viele Kilogramms sind beim Klau kaputt gefahren worden und damit unbrauchbar gemacht. Mit einem Fahrzeug verschafften sich die Diebe nämlich Zutritt zum Feld - rücksichtslos über die angelegten Furchen kurvend wurden die Roten, Gelben und Gemüse-Zwiebeln, die von den Tätern nicht „eingesammelt“ worden sind, zerstört.

Benjamin Smids und Isabelle Merdon schätzen den Schaden auf rund 500 Euro, ohne den ideellen Wert beziffern zu können. „Mein Mann und ich sowie unser ganzes Team können nicht verstehen, wie jemand so rücksichtslos unseren Lohn monatelanger Arbeit stiehlt und die Frechheit besitzt, nicht nur immer wieder zu kommen, sondern auch noch einen solchen Schaden auf unserem Acker anzurichten“, schildert Isabelle Merdon. Wobei natürlich nicht ganz sicher ist, ob es sich in allen drei Fällen immer um die selben Diebe gehandelt hat.

Hoffen auf Hinweise

Ob die Polizei einen solchen Diebstahl aufklären kann, sei fraglich. Doch die Bio-Gärtner hoffen, dass mit ihrer Information in der Öffentlichkeit die Bürger Erxlebens ein wenig sensibilisiert werden. Ihre Aufmerksam könnte dazu beitragen, dass solche Dreistigkeit aufgehalten werden kann.

Die Anbauer wissen, dass an einem Großteil ihrer Felder rings um Erxleben immer wieder Spaziergänger mit und ohne Hund vorbeikommen.

Die Bio-Gärtnerei gibt es bereits seit 1999. Benjamin Smids und Isabelle Merdon führen den Anbaubetrieb seit 2012 in zweiter Generation. 15 Mitarbeiter stehen ihnen zur Seite, die übrigens häufig mit Dienstfahrrädern vom Ortszentrum zu den Äckern am Ortsrand unterwegs sind. Angebaut werden die verschiedensten Frisch- und Lagergemüse sowie Kräuter und Kleinobst. Vermarktet werden die Produkte überwiegend in der unmittelbaren Region.