Haldensleben l Der ganze Raum ist voller Bildschirme. Hier, in der Integrierten Leitstelle mit Sitz in Haldensleben, kommen alle Notrufe aus dem Landkreis zusammen. Die Disponenten vor Ort sehen zahlreiche Daten auf den Monitore – und dirigieren von hier aus das komplette Einsatzgeschehen. Feuerwehren und Rettungsdienste werden von hier ausgesendet, um Leben zu retten.

Durch die Integrierte Leitstelle werden alle Einsätze des Rettungsdienstes veranlasst und gelenkt. Gleichzeitig werden auch Aufgaben für den abwehrenden Brandschutz und den Katastrophenschutz wahrgenommen. Darüber hinaus ist die Einsatzleitstelle ein bedeutender Knotenpunkt der Informationsgewinnung und -weitergabe an Bürger, Betriebe und Institutionen. Der Landkreis Börde ist für die Unterhaltung der Leitstelle zuständig.

Die Corona-Pandemie hat dabei derzeit noch keine Auswirkungen auf die Einsatzzahlen, wie der Landkreis Börde bekannt gibt. Im März 2020 lag die Einsatzfrequenz bei knapp 1500 Einsätzen. Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum gerade einmal 20 Einsätze mehr, 2018 waren es über 300 mehr. Nur vier Prozent der Einsätze im März 2020 standen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Zum Vergleich: In Zeit der Grippewelle 2018 stieg die Einsatzzahl seinerseits um etwa 20 Prozent.

Um die Einsatzkräfte – sei es medizinisch oder feuerwehrtechnisch – zu schützen, beginnt die Vorsicht in der Corona-Krise bereits beim eingehenden Notruf. Die Disponenten in der Leitstelle stellen derzeit Zusatzfragen, damit sich das Rettungsdienstpersonal mit entsprechenden Schutzmaßnahmen auf den Einsatz vorbereiten kann. Dabei wird beispielsweise gefragt, ob die Person innerhalb der letzten 14 Tage Kontakt zu einem bestätigten Covid-19-Fall hatte, ob sie innerhalb dieser Zeit in einem Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung war, in der gehäuft Lungenentzündungen auftraten, ob die Person einen medizinschen Beruf ausübt oder zu einer Risikogruppe gehört.

Einsatz in Schutzkleidung

Stellt sich bei dem Telefonat heraus, dass es sich um einen Corona-Verdachtsfall handeln könnte, werden die Einsatzkräfte mit Schutzkleidung ausgestattet. Diese beinhaltet eine Schutzbrille, Schutzanzüge, Atemschutz und Handschuhe. Die Schutzkleidung kommt laut dem Landkreis gemäß den aktuell geltenden Handlungsempfehlungen des Robert-Koch-Instituts zur Anwendung. Die Schutzkleidung ist laut dem Landkreis grundsätzlich für Infektionsereignisse auf allen Rettungsmitteln vorrätig.

Im Jahr 2019 haben die 14 Disponenten der Leitstelle knapp 75 000 Anrufe entgegengenommen, aus denen 38.000 Einsätze entstanden. Davon hat der Rettungsdienst knapp 23.000 Einsätze übernommen, die Feuerwehr knapp 1300. Die Disponenten der Leitstellen arbeiten von Montag bis Freitag im Drei-Schicht-System, am Wochenende im Zwei-Schicht-System mit Zwölf-Stunden-Schichten.

Im Rettungsdienst arbeiten etwa 190 Personen. Davon sind 48 Notfallsanitäter, Rettungsassistenten und Rettungssanitäter an insgesamt 19 Standorten im Landkreis im Einsatz. Notärzte sind an insgesamt vier Standorten im Landkreis vorhanden.

Der Katastrophenstab, der ebenfalls in der zentralen Leitstelle in Haldensleben eingerichtet ist, komme laut dem Landkreis derzeit nicht zum Einsatz. „Wir haben keine Katstrophenlage“, sagt Uwe Baumgart, Pressesprecher des Landkreises. Doch die Strukturen des Katastrophenschutzstabes würden sich mit denen des im Augenblick arbeitenden Verwaltungsstabes „Gesundheit-Corona-Pandemie des Landkreises Börde“. Die handelnde Behörde in der Corona-Pandemie ist das Gesundheitsamt.