Weferlingen l Auch wenn Markgraf Friedrich Christian zu Kulmbach Bayreuth lediglich die ersten fünf Jahres seines 1708 begonnenen Lebens in Weferlingen verbracht hat, erinnerte er sich Zeit seines Lebens an diesen Ort seiner Kindheit zurück. Als 14. und jüngstes Kind konnte er seinen Vater, Markgraf Christian Heinrich, nicht mehr kennenlernen. Er starb vier Monate vor der Geburt seines Sohnes.

Die Mutter übernahm für die ersten Jahre seine Erziehung, auch wenn es auf dem Gut Weferlingen wahrlich kein leichtes Leben für die Witwe war. Später wurde Friedrich Christian in Halle im Sinne des Pietismus erzogen, es sollten sein ganzes Leben prägende Jahre werden. Er lebte trotz Studium an mehreren Orten, als Kommandeur eines dänischen Regiments und später als Markgraf, der er nie sein wollte, zurückgezogen, menschenscheu, in vergleichsweise bescheidenen Verhältnissen unter anderem 22 Jahre in Wandsbek, wo er eine Stiftung an seine Heimatstadt Weferlingen in Höhe von 400 Dukaten verließ, die später von ihm auf 1000 Dukaten aufgestockt wurde. Die Verwendung der Zinsen verfügte der Markgraf „zum Besten der Armut, der ärmsten Einwohner, der Armen“. Bis heute besteht die Stiftung zugunsten Weferlingens und Döhrens fort.

Sein Mausoleum, das er sich bereits im Jahr 1766 in Weferlingen errichten ließ, sah Friedrich Christian nie selbst. Er starb am 20. Januar 1769 an den Folgen einer Lungenentzündung. Sein Wunsch, in Weferlingen bestattet zu werden, überging Markgraf Alexander und verfügte dessen Beisetzung in der Fürstengruft Himmelkron.

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Entdeckungen bei der Recherche

Dass der Bürgerverein Weferlingen bei Recherchen für die neue Ausstellung zum Leben und Wirken der Markgrafenfamilie von Kulmbach Bayreuth Brandenburg auf das Original-Dokument vom April 1766 mit dem Bauauftrag und der zwei Jahre später vom Baumeister Joseph Bartoli gestellten „General-Quitung“ über 5060 Taler gestoßen war, grenzt an eine kleine Sensation. Bernd Hoffmann hatte die Dokumente im umfangreichen Archiv des Vereins aufgestöbert gerade zur rechten Zeit.

„Wir sind sehr stolz, dass wir diese Originale heute hier zeigen können“, sagte Vereinsvorsitzender Heiko Kloß während eines ersten Rundganges durch die Ausstellung anlässlich ihrer Eröffnung. Wer sich trotz der Hitze draußen und des Tragens eines Mund-Nasen-Schutzes ein wenig Zeit nehmen wollte, konnte den Schautafeln, Fotos und Dokumenten eine Menge Informationen über die Familie des Weferlinger Gönners entnehmen.

Etliche Schautafeln mit familiengeschichtlichen Aufarbeitungen hatte der Bürgerverein vor mehr als zehn Jahren von den Freunden der Plassenburg übernehmen können. Der Verein, bereits 1928 gegründet, setzt sich für den Erhalt, die Nutzung und Forschung zur Geschichte der Plassenburg zu Kulmbach ein, dem langjährigen Regierungssitz des Familie des Markgrafen Friedrich Christians. Neben einer integrierten Fotodokumentation zur Restaurierung des Mausoleums läuft dazu auch ein Film.

Die nächste Gelegenheit zum Besuch der Ausstellung bietet sich am 13. September im Zuge des Turmtreppenlaufes. Geöffnet hat das Museum unter Beachtung der aktuellen Hygieneregelungen auch am 20. September sowie am 17. und 18. Oktober von 14 bis 16 Uhr.