Landtagswahl

Mehr Wähler haben sich im Landkreis Börde für die Briefwahl entschieden

Täglich flattern hunderte rosafarbene Briefe im Landratsamt ein. Im Superwahljahr haben sich mehr Wähler für die Stimmabgabe per Brief entschieden. Die Kreiswahlleiterin und der Landrat rufen die Wahlberechtigten auf, ihre Stimme abzugeben.

Von Juliane Just
Kreiswahlleiterin Iris Herzig sortiert die angekommenen Kuverts für die Briefwahl den entsprechenden Gemeinden zu. Diese werden erst am Sonntag um Punkt 18 Uhr geleert und ausgezählt.
Kreiswahlleiterin Iris Herzig sortiert die angekommenen Kuverts für die Briefwahl den entsprechenden Gemeinden zu. Diese werden erst am Sonntag um Punkt 18 Uhr geleert und ausgezählt. Foto: Juliane Just

Haldensleben - Kistenweise werden die Briefe derzeit durch das Landratsamt bugsiert, die für die Landtagswahl am Sonntag entscheidend sein könnten. Insgesamt 11.738 Briefe sind mit Stand gestern beim Landkreis Börde eingeflattert, die von den Mitarbeitern dann den elf Gemeinden und drei Städten des Landkreises zugeordnet werden.

Etwa 9 Prozent der Wahlberechtigten haben sich bisher für das kontaktlose und damit infektionssichere Wahlverfahren entschieden. Tendenz steigend. Bei der Landtagswahl im Jahr 2017 entschieden sich 7,34 Prozent für die Briefwahl. Wer sein Kreuzchen noch nicht gemacht hat, ist jedoch noch nicht zu spät dran. „Der Brief sollte bis zum 6. Juni um 18 Uhr im Briefkasten des Landratsamtes ankommen, dann wird er auch noch gezählt“, sagt Iris Herzig als Kreiswahlleiterin.

Wähler in Haldensleben und Oschersleben wählen per Brief

Der Höchststand an eingegangenen Briefwahlunterlagen war am Mittwoch, 26. Mai. Da kamen insgesamt 3211 Briefe zusammen, die den jeweiligen Gemeinden und Städten sortiert werden mussten. Dabei zeigt sich anhand der eingegangenen Briefe, dass sich vor allem Wähler in Haldensleben und Oschersleben für dieses Wahlverfahren entschieden haben. Von beiden Städten stapeln sich bisher rund 1500 Briefe in einem verschlossenen Raum im Landratsamt.

Ausgezählt werden die Briefwahlstimmen wie auch jene der Wahllokale am 6. Juni um 18 Uhr. Insgesamt zählen 135 Mitarbeiter die Stimmen der Briefwahl aus. Dabei können sich interessierte Bürger diese Auszählung vor Ort anschauen. „Die Auszählung ist öffentlich unter Einhaltung der coronabedingten Abstandsregeln“, sagt Uwe Baumgart, Pressesprecher des Landkreises.

Insgesamt sind am 6. Juni 130.076 Wähler im Landkreis Börde aufgerufen, ihre Stimme abzugeben (Stand 28. Mai). Iris Herzig appelliert an die Bevölkerung: „Es ist wichtig, dass viele Bürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen, um die Zukunft unseres Landes zu gestalten.“ Auch Landrat Martin Stichnoth wendet sich an die Menschen: „Bitte gehen Sie zur Wahl. Wir brauchen eine gute, stabile Landesregierung, um auch die Entwicklung im Landkreis Börde weiter voranzubringen.“

Wahllokale werden coronagerecht hergerichtet

In den nächsten Tagen werden die 182 Wahllokale im Landkreis Börde eingerichtet. Ausgenommen ist hiervon die Stadt Oebisfelde-Weferlingen, die laut neuer Einteilung der Wahlkreise Gardelegen-Klötze zugeordnet wurde. 2021 herrschen aufgrund der Corona-Pandemie zusätzliche Abstands- und Hygieneregeln vor Ort. Die Wähler sollen einen Mindestabstand von 1,50 Meter wahren und erhalten nur mit einer medizinischen Maske oder FFP2-Maske Zutritt zum Wahllokal. Desinfektionsmöglichkeiten werden ebenfalls vorgehalten. Wähler werden gebeten, ihren eigenen Kuli mitzubringen.

Bei der Wahl haben alle Wahlberechtigten zwei Stimmen. Mit der Erststimme wählen sie einen Direktkandidaten aus ihrem Wahlkreis. Wer hier die meisten Stimmen auf sich vereinen kann, zieht direkt in den nächsten Landtag ein. Mit der Zweitstimme kann eine Partei gewählt werden. Das Ergebnis entscheidet darüber, mit wie vielen Sitzen die Partei im neuen Landtag vertreten sein wird. Sollte eine Partei mehr Direktmandate gewinnen, als ihr Sitze zustehen, gibt es sogenannte Überhang- und Ausgleichsmandate.