Emden (cbo) l Da, wo sonst ein ganzes Jahr lang die Wildschweine auf der Suche nach Nahrung den Boden umwälzen, standen am Himmelfahrtstag Tische, Bänke und Stühle. Ein überlebensgroßes Kreuz hinter einem Wagen, der als Erhöhung zum Predigen dient, verschiedene Stände und bunte Banner mit der Aufschrift Missionsfest gehören auch zum Bild des Missionsplatzes im Wald zwischen Bodendorf und Emden.

Seit mehr als 150 Jahren laden Christen an diesem Tag auf den Missionsplatz unter den stolzen, uralten Eichen ein, um gemeinsam für den Frieden zu beten und den Missions- und Hilfsgedanken durch die Welt zu tragen.

Besucher kamen von überall

Aus allen Himmelsrichtungen kamen die Besucher zu Fuß, per Rad oder Auto, um die Botschaft der Auferstehung durch die Wälder hallen zu hören, wie es Pfarrer Matthias Simon zur Begrüßung formulierte. Die weiteste Anreise in diesem Jahr hatte ein Mann aus Wuppertal angetreten, der derzeit in Haldensleben zu Gast ist.

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Von der Kraft des Glaubens an Jesus berichtete ein Anspiel mit Pfarrer Hans Heidenreich, Gemeindepädagoge Karl-Michael Schmidt und einigen Kindern. Die Nordgermersleber Bläsergruppe und die Band des CVJM sorgten in bewährter Weise für die musikalische Ausgestaltung und die Begleitung des Gesanges.

Als Bonifatius zog der Gemeindepädagoge vor fast 1300 Jahren, durch Germanien, um mit den Menschen zu sprechen, ihnen Jesus‘ Kraft nahezubringen. Voller Angst wollten ihm die Leute nicht glauben, ihnen war Dona viel näher. Doch Bonifatius bewies es ihnen, indem der eine mächtige Eiche im Emdener Wald symbolisch zu Fall brachte, ohne dass Dona ihn dafür bestrafte.

Pastor berichtet von Auslandsaufenthalt

Seine Botschaft passte in die Welt wie auf den Missionsplatz, denn im Anschluss berichtete Pastor Thomas Dallendörfer, der bis 2008 zehn Jahre lang in Jordanien und Ägypten tätig gewesen war, über die vielen Tätigkeiten vor Ort. „Ägypten ist eine andere Welt, alles ist dort etwas langsamer, aber das Land befindet sich im Aufbruch“, sagte Thomas Dallendörfer. Die Menschen wollen haben, „was wir haben“.

Bei allen Rückschlägen, die Anschläge, Terror und Krieg mit sich bringen, wird sich der Fortschritt nicht aufhalten lassen. Thomas Dallendörfer berichtete von Gesundheitsämtern, die bessere Standards in Krankenhäuser fordern, und von einem Kindergarten, der durch den Bau des mächtigen Staudamms bei Assuan in einem zwangsumgesiedelten Dorf mit europäischer Unterstützung gebaut werden konnte.

Platz musste beräumt werden

Die Evangeliumsgemeinschaft Mittlerer Osten, der Thomas Dallendörfer bis heute angehört, auch wenn er heute wieder als Pastor in Niedersachsen tätig ist, bietet vielfältige Hilfe. - und das seit mittlerweile mehr als 100 Jahren. „Himmelfahrt und Mission liegen eng beieinander“, sagte er. Es sei die Zeit zwischen Ostern und Pfingsten, wo „wir uns auf den Weg machen“.

„Riesige Äste mussten bewegt werden, um den Platz hier herzurichten“, sagte Pastor Hans Heidenreich. Denn die Stürme der vergangenen Monate hatten arg an den stolzen Bäumen gezerrt und so manchen Ast abbrechen lassen. Er dankte allen, die bei der Vorbereitung mitgeholfen, die Stände aufgebaut hatten, den Grill bedienten, die Technik im Griff behielten und für die musikalische Umrahmung sorgten. Die Evangelische Jugend hatte eine Präsentation über Tansania vorbereitet und bot ein Quiz an. Auch der Tansania-Partnerschaftsverein weilte vor Ort, wie auch ein Stand mit Fair-Trade-Produkten.