Haldensleben l In drei Etappen ist der Mittellandkanal im Bereich Haldensleben in den vergangenen Jahren ausgebaut worden. Mit der Fertigstellung des Streckenabschnittes „Althaldensleben“ ist der Ausbau des Mittellandkanals im Raum Haldensleben beendet. Nach den Ausbaulosen „Liegestelle/Südhafen“ und „Stadtstrecke“ ist nun auch der östliche Bereich in Althaldensleben fertiggestellt.

Der Amtsleiter des zuständigen Wasserstraßen-Neubauamtes Helmstedt, Baudirektor Harald Grote resümiert: „Der letzte Abschnitt war in dieser Region der schwierigste, weil die komplexe Ablaufplanung zum Abbruch des Beber-Dükers und die aufwendige Baustellenlogistik exakt aufeinander abgestimmt werden mussten.“

Schiffe fuhren trotz Bauarbeiten

Das Wasserstraßen-Neubauamt hatte den Bauablauf detailliert vorgegeben, damit die Schifffahrt auch während der Bauzeit den Bereich problemlos einschiffig passieren konnte.

Bilder

Zunächst wurde der große Düker für die Beber neu gebaut, denn für die Vertiefung und Verbreiterung des Kanals mussten die vorhandenen, alten Dükerrohre entfernt werden. Der Abfluss der Beber über die neuen Rohre musste ebenfalls vorab gewährleistet sein.

Bagger auf Pontons kamen zum Einsatz

Die alten Dükerrohre wurden in riesigen Baugruben abgebrochen und beseitigt. Der Bereich musste im Kanal mit sehr stabilen Leitvorrichtungen für die Schifffahrt gesichert werden. So konnten die Bauarbeiter gefahrlos arbeiten und die Schifffahrt trotzdem fahren.

Zum Abschluss wurden erst die Süd- und dann die Nordseite des Kanals ausgebaut. Ein gigantischer Wasserbauzug bestehend aus mehreren Baggern auf Pontons und Schüttgerüsten für die Wasserbausteine zur Sohl- und Ufersicherung kam zum Einsatz.

Die Firma Bunte aus Papenburg hat den Bauauftrag in einer dreijährigen Bauzeit erfolgreich ausgeführt. Der geschätzte Kostenrahmen von etwa 32 Millionen Euro wurde eingehalten.

Maßnahme mit EU-Geldern finanziert

Für diese Maßnahme konnte das Wasserstraßenneubauamt erfolgreich EU-Mittel von rund sechs Millionen Euro einwerben, weil dieser Abschnitt von hoher verkehrspolitischer Bedeutung ist, erläutert Harald Grote. Jetzt können moderne und leistungsstarke Großmotor-Güterschiffe mit einer Länge bis 110 Meter und Schubverbände bis 185 Meter durchgehend die Strecke zwischen Wolfsburg und Magdeburg mit einer Abladetiefe von 2,80 Meter sicher und wirtschaftlich befahren.

Mit der Fertigstellung der letzten von insgesamt 50 Brücken ist bereits seit 2010 die gesamte Osthaltung des Mittellandkanals mit einer Durchfahrtshöhe von 5,25 Meter und damit von zweilagigen Containerschiffen befahrbar.

Insgesamt sind Investitionen von rund 800 Millionen Euro in die etwa 80 Kilometer lange Kanalstrecke von Sülfeld bis zum Wasserstraßenkreuz Magdeburg geflossen. Die Fertigstellung des Haldensleber Bereiches soll heute mit einem Festakt in Haldensleben gefeiert werden.