Coronavirus

Modellprojekt zur Öffnung von Gastronomien und Hotels im Landkreis Börde ist vorerst gestorben

Von Juliane Just

Haldensleben

Bislang wurde nur gemunkelt, nun wurde es bestätigt: Der Bund hat eine Notbremse bei den Corona-Beschränkungen auf den Weg gebracht. Falls Bundesrat und Bundestag zustimmen, sieht diese nicht nur nächtliche Ausgangsbeschränkungen und erneute Schließungen im Einzelhandel und Freizeitbereich vor, sondern nimmt vermutlich auch jegliche Grundlage für Modellprojekte.

Diese sahen Öffnungen in verschiedenen Bereichen vor - sei es im Bereich Kultur oder Gastronomie. Kommunen konnten sich in Sachsen-Anhalt seit der letzten Eindämmungsverordnung dafür bewerben. Das hat auch der Landkreis Börde getan. Hier sollten ursprünglich am 9. April die Außengastronomien und Hotels ihre Tische und Betten wieder für Gäste herrichten. Bislang wurde mit dieser Lockerung mit Hinweis auf die Entscheidungen des Bundes noch abgewartet.

„Wir können das geplante Modellprojekt in absehbarer Zeit nicht umsetzen“, sagt Danny Schonscheck. Er ist Leiter des Amtes für Wirtschaft im Landkreis Börde und hat die Zügel für das Projekt in der Hand. Trotzdem glaubt er, dass die Bemühungen nicht vergebens waren und arbeite weiter an den Rahmenbedingungen für ein solches Projekt. „Die Rückkehr zu einem normalen Leben wird nur über den Impf- oder Testnachweis funktionieren. Deswegen werden solche Öffnungsschritte mittelfristig wieder eine Rolle spielen“, betont er. Vielleicht gebe es im Sommer 2021 eine Möglichkeit, dieses Projekt nochmals ins Visier zu nehmen.

Gäste müssen Corona-Test vorweisen

Das Modellprojekt sah vor, dass Gäste von Gastronomien und Hotels diese erst betreten dürfen, wenn sie einen negativen Corona-Test vorweisen können. Dieser darf nicht älter als 24 Stunden sein. Außerdem hätten die Gäste vor Ort die notwendigen Daten für die Kontaktverfolgung hinterlassen müssen - Aufenthaltsdauer, Adresse, Telefonnummer. Als das wäre auch mit der Kontaktverfolgungs-App „Luca“ auf digitalem Wege möglich gewesen.

Dass das Modellprojekt nicht bisher nicht gestartet ist, hält Danny Schonscheck für sinnvoll. „Es gibt nichts schlimmeres, als bei den Menschen falsche Hoffnungen zu wecken“, sagt er. Das sieht man auch im Landkreis Harz, wo die Gastronomien am 9. April öffnen durften - und nun wahrscheinlich nach vier Tagen die Tische wieder abräumen müssen. „Dort wurde viel Geld und Zeit in das Projekt investiert und nun bleiben die Gastronomen auf ihren bestellten Waren sitzen“, verdeutlicht Danny Schonscheck.

Im Landkreis Börde war das Echo zu dem geplanten Projekt sowieso recht verhalten. Knapp 330 Betriebe im Bereich Gastronomie und Hotellerie wurden laut Verwaltung in der vergangenen Woche angeschrieben, gerade einmal 30 haben ihr Interesse zu den Öffnungsschritten bekundet. Auch beim sozialen Netzwerk Facebook sprachen sich viele Gastronomen gegen das Modellprojekt aus. Für viele lohne es sich demnach kaum, nur die Außengastronomie zu öffnen. Und auch die potenziellen Gäste kritisierten das Vorhaben online. Dies notwendigen Tests seien ein zu großer Aufwand für ein Bierchen oder eine leckere Mahlzeit, meinten sie.