Flechtingen l Mit einer positiven Bilanz konnte Klaus Pieper vom Flechtinger Heimat- und Mühlenverein zur Jahreshauptversammlung das Jahr aus Sicht des Schloss- und Mühlenladens Revue passieren lassen. In den Monaten von Mai bis Oktober konnte der Verein den Laden in der Schloss- und Wassermühle an 126 Tagen ehrenamtlich besetzen und betreiben. 3256 Besucher konnten 2018 registriert werden, sagte Klaus Pieper, der sich um das Ladenteam kümmert. Das entspricht einer durchschnittlichen Besucherzahl von 25 pro Öffnungstag. Wenn man bedenkt, dass der Laden durchschnittlich täglich drei Stunden geöffnet hatte, kann der Verein zufrieden mit der Resonanz sein. Etwas mehr als 500 Euro brachte der Schlossladen dem Verein allein über Spenden ein.

Auch Bürgermeister Tim Krümmling erfüllt die Bilanz mit Stolz. Immerhin kamen 80 250 Besucher seit Öffnung des Schlossladens. Der wurde im Jahr 2003 dank einer Leader-Förderung um und ausgebaut und seit nunmehr 15 Jahren mit Erfolg vom Verein betrieben. Das ist wichtig, denn damit ist auch eine Auflage aus der Gewährung der Fördermittel verbunden, die eine 15-jährige Betreiberfrist vorsah, um als erfüllt zu gelten. 378 Stunden standen die Vereinsmitglieder im Laden, um die Öffnungszeit zu gewährleisten. 26 regionale Händler waren im vergangenen Jahr mit ihren Angeboten präsent.

Investitionen in die Mühle

„Wir müssen uns auf Ersatz einstellen, denn zum 1. Januar 2020 wollen Helga Semmer und ich in den Ruhestand gehen und stehen damit dem Laden nicht mehr länger zur Verfügung“, machte Klaus Pieper deutlich. Es sei an der Zeit, sich um eine Nachfolge zu bemühen, um den für den Ort doch wichtigen Anlaufpunkt weiter aufrechterhalten zu können. In diesem Jahr soll es noch einmal mit der Stammbesetzung weiter gehen, doch währenddessen gilt es zu überlegen, wer als Nachfolger die Ladenbetreibung übernehmen könnte.

Im vergangenen Jahr gab es wieder einige Investitionen des Vereins in die Mühle, darunter ein Staubsauger, ein Kühlschrank und ein Stahlgrill. Ein Briefkasten wurde angebracht, die Feuerlöschtechnik routinemäßig überprüft. Neben dem Laden kann die Wassermühle zu den Öffnungszeiten vom Keller mit der funktionstüchtigen Technik bis zum Dachgeschoss mit der Heimatausstellung erkundet werden. Die rekonstruierte Wassermühle stammt aus dem Jahr 1695 und gehörte damals dem Schlossherrn derer von Schenck. Heute befindet sich das Gebäude in Gemeindebesitz und wird vom Verein ehrenamtlich betrieben.

Zwischen großen Mahlsteinen wird das Getreide in mehreren Durchläufen zu Mehl gemahlen. Angetrieben wird das ganze über eine Welle, die draußen mit dem Wasserrad von sechs Meter Durchmesser verbunden ist. Gespeist wird es durch das Wasser vom kleinen Schlossteich, das dann in die Spetze fließt.