Behnsdorf l Trotz aller Bemühungen, den Recyclingprozess bei der Firma Winkelmann Recycling in Behnsdorf emissionsarm zu halten, kann es doch einmal zu Geruchsbelästigungen kommen. Das räumt Andreas Korte, Geschäftsführer des in Dortmund ansässigen Unternehmens mit mehreren Standorten, unumwunden ein. Beschwerden von Anwohnern über unangenehme Gerüche, die über Behnsdorf hinwegzögen, seien ihm auch schon zu Ohren gekommen. Er bemühe sich um einen guten Kontakt zu den Einwohnern, und wenn das passiert, dann ist es das Beste, unverzüglich miteinander zu reden, sucht der Geschäftsführer das Gespräch mit den Behnsdorfern. So könne man schneller und effizienter auf Probleme reagieren.

Die Ursachen für den unangenehmen Geruch liegen seinen Angaben zufolge nicht im Behnsdorfer Recyclingprozess. Bei der Anlieferung durch verschiedene Unternehmen kann es schon einmal passieren, dass nicht ganz sortenrein und rückstandslos sortiert wurde. Organische Anhaftungen, die mitverpresst wurden, verursachen Gerüche.

Beim Öffnen der gepressten Produkte komme es dann bei ungünstiger Windrichtung zu der Geruchsbelästigung. Nach dem jüngsten Vorfall habe sein Unternehmen sofort Kontakt zum betreffenden Zulieferer aufgenommen.

Aus den angelieferten Abfällen stellt Winkelmann Recycling in einem speziellen Verarbeitungsprozess Sekundärbrennstoffe her, die vor allem in Zementwerken zum Einsatz kommen.

Verarbeitet werden Holz, Papier, Folien und Baumischabfälle, aber keine Haus-, Rest- und Biomüllabfälle. Trotzdem kann es bei den Abfällen aus der Gelben Tonne manchmal vorkommen, dass Siebreste organischen Ursprungs noch anhaften.

„Jeder weiß selbst, wie er wiederverwertbare Verpackungen in die Tonnen oder den Gelben Sack wirft“, gibt Andreas Korte zu bedenken. Es gebe eine klare Definition des Dualen Systems Deutschlands (DSD), was in den Abfällen enthalten sein darf und was nicht. Reste seien allerdings nicht in jedem Fall ausschließbar.

Über die Gütegemeinschaft Sekundärbrennstoffe und Recycling, deren Mitglied das Unternehmen ist, unterwerfen sie sich den Standards einer modernen Energie- und Kreislaufwirtschaft.

Im Jahr 2007 hat Winkelmann den Standort in Behnsdorf übernommen und seitdem auch unter allen Qualitätsgesichtspunkten ständig weiterentwickelt. So wurde unter anderem eine Halle um den Schredder errichtet, um windgeschützter und lärmärmer zu produzieren. Gegenwärtig wird an einer Solaranlage gebaut, die den Energiebedarf des Produktionsprozesses decken kann. In einer Nachbarhalle wurde ein Kontrollposten eingerichtet, der ständig von externen Prüfern des DSD genutzt wird. Ein- und ausgehende Fraktionen werden also stichprobenartig auf Herz und Nieren geprüft.

Von jeder Ladung, die den Hof verlässt, werden zwei Musterproben genommen, um bei Reklamationen zu wissen, woher die Ladung stammt. Auch in den belieferten Zementwerken werden wiederum Kontrollen vorgenommen.

Im Schnitt verlassen drei 20-Tonnen-Lkw pro Tag und rund 15 000 Tonnen pro Jahr den Behnsdorfer Standort von Winkelmann Recycling.

Dessen Kerngeschäft an den insgesamt sechs Standorten liegt übrigens nicht in der Herstellung effizienter Sekundärbrennstoffe zur umweltschonenden Mitverbrennung in Zementwerken, sondern im Reinigen grüner Kisten, die im ständigen Transportprozess für den Lebensmitteltransport großer Ketten genutzt werden.

Andreas Korte berichtet, dass seine Firma mit der Gemeinde schon länger in Kontakt stünde, um für die Lkw eine andere Zufahrtmöglichkeit unabhängig von der Anwohnerstraße Neuer Weg schaffen zu können.