Hillersleben l Klaus-Peter Keweloh ist dank seiner umfangreiche Nachforschungen in der Hillersleber Geschichte auch in der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen ein Begriff. „Bernd Horstmann, Kurator in Bergen-Belsen, rief mich an, ob ich mit dem holländischen Ehepaar den jüdischen Friedhof in Hillersleben und den Ort des damaligen Geschehens in Farsleben besuchen kann“, berichtet der Hillersleber.

Am 13. April 1945 war ein Zug, der KZ-Häftlinge aus Bergen-Belsen nach Theresienstadt bringen sollte, in Farsleben liegen geblieben. Die dort einrückenden Amerikaner kümmerten sich um die kranken und unterernährten Menschen. Darunter waren auch ein siebenjähriger Jungen und seine zweijährige Schwester. „Das waren mein Vater und meine Tante“, sagt der Gast aus Holland. Er möchte seinen Namen nicht in der Zeitung sehen. „Mein Vater ist auch über 70 Jahre nach diesem Geschehen noch traumatisiert. Er weiß nicht, dass wir hier sind und er soll es auch nicht erfahren“, begründet der Besucher.

Gespräch mit Zeitzeugin

„Die Toten aus dem Zug wurden in Farsleben bestattet, die Überlebenden nach Hillersleben gebracht“, erzählt Klaus-Peter Keweloh seinen beiden Gästen. Gemeinsam mit Igor Pissetski, der im Landesliegenschaftsamt für die jüdischen Friedhöfe verantwortlich ist, besuchten sie den jüdischen Friedhof auf dem ehemaligen Kasernengelände bei Hillersleben. Hier wurden zwischen April und Juli 1945 insgesamt 141 Menschen bestattet, die den KZ-Zug zwar lebend verlassen hatten, aber an Typhus oder Unterernährung in den Wochen nach der Befreiung verstarben. „Der 1945 angelegte Friedhof musste später eine Sportanlage der Roten Armee weichen. Erst nach dem Abzug im Jahr 1994 bekamen die Toten ihre Ruhestätte wieder“, informierte Keweloh.

Er fuhr anschließend mit seinen Gästen noch zum Gedenkstein in Hillersleben-Siedlung und später nach Farsleben, wo auch Zeitzeugin Inge Moritz mit den holländischen Besuchern sprach.