Süplingen l Enrico Westphal und Tobias Goder sind engagierte Oberfeuerwehrmänner. Allerdings sind sie auch die einzigen beiden aktiven Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Süplingen. Sollte es in dem Haldensleber Ortsteil brennen, wäre die ortsansässige Wehr also nicht einsatzbereit.

„Eigentlich braucht man mindestens sechs Kameraden, um ein Feuerwehrfahrzeug zu besetzen“, erläutert Haldenslebens Stadtwehrleiter Frank Juhl. „Mit vieren ist man aber handlungsfähig“, sagt er. Die beiden Süplinger Kameraden würden im Ernstfall wahrscheinlich nicht ausreichen, um die Situation alleine in den Griff zu bekommen. Selbst wenn im Oktober Florian Eichel von der Jugendwehr in die aktive Einsatzabteilung der Süplinger Feuerwehr wechselt, sieht es dort noch immer ziemlich mau aus. Sollte es in Süplingen oder Bodendorf brennen, müssten immer die Haldensleber Kameraden mit anrücken, um die Lage in den Griff zu bekommen.

Potenzial im Dorf ist vorhanden

Noch vor einigen Jahren – etwa 2012/2013 – sei die Situation in Süplingen deutlich besser gewesen. Damals waren bis zu zwölf Mitglieder in der Süplinger Wehr. Einige von ihnen zogen in andere Orte, andere wechselten in die Altersabteilung. Nach und nach führte das zu der prekären Lage, in der die Süplinger Ortswehr heute steckt. „Gut wäre schon, wenn wir etwa zehn weitere Mitglieder in Süplingen gewinnen könnten“, bringt es Frank Juhl auf den Punkt. Das Potenzial erkenne er in dem Haldensleber Ortsteil. „Wir haben hier so viele engagierte Bürger, die im Karnevalverein, im Sportverein und anderen mitmachen. Es wäre toll, wenn sich der eine oder andere vielleicht auch ehrenamtlich in der Feuerwehr engagieren würde“, sagt der Stadtwehrleiter.

Um auf die Mitgliedersituation der Ortswehr aufmerksam zu machen, haben die Feuerwehrkameraden am Mittwoch eine besondere Aktion gestartet. Genau 474 leuchtend rote Eimer – orientiert an den in Süplingen und Bodendorf gemeldeten Haushalten – verteilten sie in beiden Orten. „Haushaltslöschkübel“ stand auf jedem, umseitig war erklärt, wie die Bürger damit selbst einen Brand löschen können, falls die Feuerwehr nicht kommen kann. Das ernste Problem, das es bei der Süplinger Feuerwehr gibt, sollte den Einwohnern so mit einem kleinen Spaß nähergebracht werden.

Auch Haldenslebens Dezernentin Andrea Schulz ließ sich bei dem Termin blicken, um den Kameraden der Süplinger und Haldensleber Feuerwehr die Solidarität der Stadt zuzusichern. Wenn die Süplinger Ortswehr nämlich keine weiteren Mitglieder gewinnen kann, droht dem Feuerwehrstandort perspektivisch die Schließung. Dann könnte es irgendwann keine Feuerwehr mehr im Ort geben. Das wolle auch die Stadtverwaltung verhindern, so Schulz.

Tag der offenen Tür in Haldensleben

Wer sich nicht ganz sicher ist, ob das Feuerwehrmanndasein etwas für ihn ist, kann am kommenden Sonntag, 1. Oktober, in die Arbeit der Kameraden schnuppern. Von 10 bis 17 Uhr veranstalten dann die Haldensleber Feuerwehr und der Feuerwehrförderverein einen Tag der offenen Tür in ihrem Domizil an der Gerikestraße.

Die Gäste erwartet eine Technikschau mit Fahrzeugen von 1883 bis heute. Zudem gibt es viele Informationen rund um die Feuerwehr. Hubschrauber Christoph 36 wird landen und für die kleinen und großen Besucher geöffnet. Es gibt ein Kinderprogramm mit Hüpfburg und Wasserspielen sowie Verpflegung aus der Gulaschkanone und mit Kaffee und Kuchen. Und falls sich tatsächlich schon ein Süplinger oder Bodendorfer für die Mitarbeit bei der Feuerwehr einschreiben möchte, kann er dies auch tun.