Kämkerhorst/Mannhausen l „Ich bin gern in den Drömling gekommen. Es ist A ein schöner Ort und B ein schöner Anlass. Ich freue mich, dass es heute so viele Menschen sind, die sich für den Naturschutz engagieren und die eine Menge Zeit investiert haben, um diese Ausbildung zu absolvieren. Es ist aber auch für unser Umweltministerium ein wichtiger Teil in der Zukunft des Biosphärenreservates“, sagte Klaus Rehda (Bündnis 90/Die Grünen), Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt.

Er verwies bei der feierlichen Übergabe der Zertifikate an die Natur- und Landschaftsführer auf die Schätze des Drömlings. „Wir haben eine Menge an seltener Tier- und Pflanzenarten, die es zu erhalten gilt“, betonte Rehda. Er gestand, dass der Naturschutz im Moment in der Politik nicht ganz groß auf der Agenda steht. Es gäbe aber – nach den Ausführungen des Staatssekretärs – mit dem Blick auf das Arten- und Insektensterben noch viele wichtige Aufgaben für den Naturschutz.

Die Naturführerausbildung sei ein weiterer kleiner Schritt auf dem Weg, aus dem Naturpark Drömling ein Biosphärenreservat zu machen. „Das heißt, dass wir neben der naturschutzverträglichen Bewirtschaftung der Flächen, auch eine touristische Nutzung ermöglichen. Wir wollen den Leuten die Natur näher bringen“, schilderte Rehda und erklärte, dass er überzeugt davon ist, dass das Biosphärenreservat bald ein Erfolgsmodell sein wird.

Der Auftakt

Naturparkleiter Fred Braumann erinnerte sich an die Auftaktveranstaltung im November 2017. Damals waren es 31 Anmeldungen. 28 Frauen und Männer haben die Ausbildung nun erfolgreich bestanden. Die Idee entstand, um Verbündete bei der Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung zu finden. Dabei soll der Gedanke „Natur-Mensch-Umwelt“ gelebt werden. Die Naturführer sind die Botschafter an die Bevölkerung. Braumann bedankte sich bei den Kooperationspartnern, die die Ausbildung mit finanzierten. Das war der Landkreis Börde und die Leader-Arbeitsgruppe „Rund um den Drömling“. Lobende Worte gingen an die 15 Referenten und an die Mitarbeiter der Naturparkverwaltung, die bei der Ausbildung halfen.

Mit 1000 Wörtern in der Reihenfolge des Alphabets und einem etwa zehn Meter langen Plakat beschrieben Martina Neßwetter und Birgit Pilz das Erlebte. „Am Anfang war unsere Gruppe sehr aufgeregt. Wir haben viel gelernt, über uns selbst, über Biber, Bisamratte & Co. und über die Geschichte des Drömlings bis heute“, schilderte Martina Neßwetter.„Wir haben erlebnispädagogische Veranstaltungen erlebt und mussten auch Mut bei Exkursionen beweisen, als wir über so manche klapprige Brücke gegangen sind“, beschrieb Birgit Pilz. Ein wichtiges Fazit der Naturführer war es: „Nie die Gummistiefel vergessen!“

Bilder

Die Prüfungen reichten vom Planwagenfahren, über ein Escape-Room-Rätsel, eine Paddeltour auf der Ohre und einem Vortrag über Spinnen bis zu einem Unkrautpesto, das verspeist werden konnte. Nach der bestandenen Prüfung, zu dem sich jeder ein eigenes Thema ausgedacht hatte, sollen die Naturführer bei Veranstaltungen die Besucher für die Natur begeistern. Damit auch alle noch mal den Drömling schmecken konnten, gab es zum Abschluss Hochzeitssuppe und Wasserbüffelgulasch.