Bülstringen/Wieglitz l Laura Hörning, die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Landkreis Börde absolviert, und Nils Hüttemann, der als so genannter „Bufdi“ im Bundesfreiwilligendienst für das Natur- und Umweltamt arbeitet, waren mit Spaten ausgerüstet und stellten einen Krötenzaun an der Landesstraße (L) 24 in der Nähe vom Schwarzen Pfuhl bei Bülstringen auf.

Rückblick: Naturfreunde beobachteten Mitte März auf der Landesstraße 24 zwischen Bülstringen und Calvörde viele bereits überfahrene Amphibien und meldeten ihre Beobachtungen dem Natur- und Umweltamt des Landkreises Börde.

Landkreis zur Prüfung aufgefordert

Auch Marcus Gramzow aus Meitzendorf sah die toten Kröten und zeichnete die Strecken mit den vielen auf der Straße hockenden Amphibien auf den Strecken zwischen Bülstringen und Wieglitz sowie zwischen Calvörde und Wegenstedt ein. Gramzow fragte, weshalb sich an keiner Stelle an dieser Straße entsprechende Krötenzäune befinden. Er forderte den Landkreis Börde zur Prüfung und Ergreifung von Maßnahmen auf, die dem Schutz dieser Tiere dienen. Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde hatten darauf hin die genannten sieben Kilometer langen Straßenabschnitte in Augenschein genommen.

Peter Wölk, zuständig für den Artenschutz in der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Börde, erklärte, dass der Landkreis nicht die gesamten sieben Kilometer mit Krötenzäunen stellen kann.

„Wir haben deshalb die Strecke präzisiert. Es werden jetzt erst mal etwa 200 Meter mit den Restbeständen an Krötenzäunen zur Kontrolle aufgestellt“, beschrieb Wölk. „Ich habe Dienstag schon die ersten 50 Meter Zaun aufgebaut“, erzählte Hüttemann und zeigte auf die grüne Abgrenzung. „In den Eimern war bisher noch nichts. Es kann durchaus sein, dass die wandernden Amphibien schon durch sind. Die Temperaturen in den letzten Nächten waren nicht so optimal“, sagte Wölk. „Es muss feucht und ein bisschen warm sein, damit die Amphibien wieder Lust haben zum Wandern“, weiß Laura Hörning, die gemeinsam mit dem „Bufdi“ Hüttemann weitere 150 Meter Zaun aufstellte.

Überraschung, wenn Eimer geleert werden

„Das Zaunaufstellen ging an dieser Stelle einfach. Es ist ein glücklicher Zufall, dass es dort einen frisch gepflügten Brandschutzstreifen gibt“, beschrieb Wölk. Das Duo der Freiwilligen betreut derzeit weitere Krötenzäune bei Satuelle, Haldensleben, Druxberge, Colbitz, Klein Wanzleben und Schermcke. „An guten Tagen hatten wir schon an den sechs Stellen insgesamt über 200 Tiere. Das sind nicht nur Kröten, sondern auch Frösche, Molche und andere Amphibien“, zählte Hüttemann auf. Der Magdeburger ist auf die Idee für den Bundesfreiwilligendienst durch seine Mutter, die auch sehr naturverbunden ist, gekommen. Der 23-Jährige absolviert das Jahr zur Überbrückung. Später möchte er eine Ausbildung als Veranstaltungstechniker machen.

„Es ist immer eine Überraschung. Man weiß ja nie, was denn so in den Eimern sitzt“, sagte die Freiwillige schmunzelnd. „Schön ist, dass man mit dem Aufbau der Krötenzäune Tiere rettet. Das macht mir wirklich Spaß“, gestand Laura Hörning, die in Hettstedt im Mansfeld-Südharz zuhause ist. Die 18-Jährige möchte Verwaltungsfachangestellte werden – vielleicht auch später in einem Umweltamt arbeiten.

Nach drei Stunden war es vollbracht. Der Zaun steht. „Es ist für uns eine Art Kontrollzaun. Wir wollen wissen, ob es ein einmaliges Auftreten in diesen Massen war oder nicht. Nach der Kontrolle wissen wir, ob wir im nächsten Jahr dort eine Schutzmaßnahme ergreifen oder nicht. Beziehungsweise – wenn die Straße mal erneuert wird – ob wir dort feste Anlagen installieren lassen“, erklärte der Umweltamtsmitarbeiter.