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Neue Möbel für die Innenstadt: Stadt Haldensleben bestellt die falschen Bänke

In der Hagenstraße wurden mit einem halben Jahr Verspätung neue Sitzbänke und Papierkörbe installiert. Bei einer Umfrage im Jahr 2020 konnten sich die Haldensleber zwischen zwei Banktypen entscheiden. Doch am Post- und Hagentorplatz hat die Stadt die falsche Variante aufgestellt.

Von Juliane Just
In der Hagenstraße wurden neue Bänke sowie Papierkörbe aufgestellt. Auf dem Postplatz sind Bänke mit Pflanzkübeln montiert worden. Dabei handelt es sich jedoch um den falschen Banktyp, denn die Haldensleber hatten sich bei einer Umfrage für eine andere Variante entschieden.
In der Hagenstraße wurden neue Bänke sowie Papierkörbe aufgestellt. Auf dem Postplatz sind Bänke mit Pflanzkübeln montiert worden. Dabei handelt es sich jedoch um den falschen Banktyp, denn die Haldensleber hatten sich bei einer Umfrage für eine andere Variante entschieden. Foto: Juliane Just

Haldensleben - Einigen Passanten sind die gleich ins Auge gefallen, andere sind unbemerkt vorbeigegangen: In der Hagenstraße wurden neue Bänke montiert. Eigentlich sollten diese bereits Ende 2020 die Innenstadt verschönern. Sie sehen den alten Modellen recht ähnlich, verfügen im Gegensatz dazu aber über zwei gegenüberliegende Lehnen. Für die komplette Möblierung der Hagenstraße fehlen jedoch noch einige Teile.

Rückblick: Da die Hagenstraße im Jahr 1994 letztmalig saniert wurde, wollte die Stadtverwaltung die in die Jahre gekommenen Möbel erneuern. Ein Landschaftsarchitekt erstellte zwei verschiedene Banktypen - eine mit und eine ohne Pflanzkübel. Außerdem sollten neue Mülleimer, Pflanzkübel und Spielgeräte das Ensemble abrunden. Insgesamt standen dafür 98.000 Euro zur Verfügung, die verteuerten sich auf 132.000 Euro. Erstmals entschied sich die Stadt, die Haldensleber per Umfrage darüber entscheiden zu lassen, welche Bänke künftig in der Hagenstraße stehen sollen. An einer Umfrage per Coupon und online beteiligte sich auch die Volksstimme.

Märchenbänke führen zu digitalen Spielen oder Rätseln

Die Haldensleber entschieden sich dabei für schmale Bänke mit Lehnen, die nun entlang der Hagenstraße platziert wurden. In der Mitte der Bank sollen noch kleine Metallplatten angebracht werden, wo Märchen der Gebrüder Grimm grafisch dargestellt werden. Außerdem soll es per QR-Code eine digitale Verknüpfung zu einem Spiel oder Rätsel geben. Laut Stadtpressesprecher Lutz Zimmermann werden die Metallplatten in den kommenden Wochen angebracht. Die Märchenbänke waren eine abgewandelte Idee der Haldensleber Händler, die kleine Keramiken mit Märchenbildern vorgeschlagen hatten. Damit sollte der Aspekt der Verweilens im Vordergrund stehen.

Außerdem gab es noch einen zweiten Banktyp mit größeren Sitzflächen und integrieren Pflanzkübeln. Diese Bänke sollten auf dem Post- und Hagentorplatz installiert werden. Bei der Bürgerumfrage entschieden sich die Haldensleber für eine Variante mit einer durchgehenden Sitzfläche vor der Begrünung. Stolze 83 Prozent der Teilnehmer wählten diesen Banktyp. Installiert wurde jedoch fälschlicherweise die „Verlierer-Bank“ der Umfrage.

Fauxpas fiel in der Verwaltung nicht auf

Bis zur Anfrage der Volksstimme war der Fauxpas in der Verwaltung noch nicht aufgefallen. „Durch einen Fehler bei der Auftragsübermittlung wurde die falsche Bank bestellt“, so Stadtpressesprecher Lutz Zimmermann. Nun werde geprüft, ob dies „mit vertretbarem Aufwand“ behoben werden könne.

Doch unabhängig davon, ob richtige oder falsche Variante: Was sagen die Haldensleber selbst zu den Bänken? „Sie sind ganz toll geworden. Man freut sich richtig darüber“, sagt eine Passantin, die sich gestern ein kleines Päuschen auf einer der neuen Bänke gönnte. Ein anderer Herr beim Brunnen der „Sieben Aufrechten“ begrüßte vor allem die neuen Lehnen, die das Sitzen angenehmer machen.

Bänke fallen Passanten und Händlern positiv auf

Auch den Händlern sind die Bänke positiv aufgefallen. „Diese Verschönerung ist sehr zu begrüßen“, sagt Kathrin Bruch von der Boutique „Zum Turmhaus“. Sie habe sich schon mit vielen Kunden über die neuen Möbeln unterhalten. „Auch wenn man einige erst darauf aufmerksam machen muss, sind sie doch sehr zufrieden“, sagt sie. Auch Ursula Fricke vom Bücherkabinett Fricke bemerkt, dass die Passanten auf die Bänke reagieren. „Es ist grundsätzlich gut, wenn etwas passiert. Ich hoffe, dass die Haldensleber das auch zu schätzen wissen“, sagt sie.

Nun warten beide Händlerinnen auf eine weitere Neuerung in der Hagenstraße, denn die neue Möblierung sieht auch Pflanzkübel vor einigen Läden vor. Damit sollen die Eingangsbereiche der Geschäfte einheitlich hervorgehoben werden. Die Händler übernehmen die Pflege der Pflanzen vor der eigenen Tür. „Blüten vorm Laden sind immer gut. Ich hatte schon Kübel vor dem Laden, aber die wurden demoliert oder die Pflanzen herausgeholt“, erzählt Kathrin Bruch. Wenige hundert Meter weiter hat auch Ursula Fricke einige Pflanzen vorm Buchladen aufgestellt. „Solche Farbtupfer auf der Hagenstraße sind wichtig“, sagt sie.

Zusätzlich wurden bereits neue Mülleimer installiert. Des Weiteren soll in den nächsten Wochen auf dem Postplatz ein Spielgerät installiert werden. Anleinstellen für Hunde werden ebenfalls angeboten. Das sind kleine, unauffällige Bügel an der Hauswand.

So sah der Banktyp mit Blumenkübeln aus, für die sich die Haldensleber bei einer Umfrage entschieden hatten.
So sah der Banktyp mit Blumenkübeln aus, für die sich die Haldensleber bei einer Umfrage entschieden hatten.
Visualisierung: Peer Weißenborn
In der Hagenstraße wurden diese Bänke montiert, die mit einer gegenüberliegenden Lehne versehen sind.
In der Hagenstraße wurden diese Bänke montiert, die mit einer gegenüberliegenden Lehne versehen sind.
Foto: Juliane Just