Uthmöden l Kerstin Wiergowski will sich nicht länger vertrösten lassen. Die Schulleiterin der Ohreschule in Uthmöden sagt: „Für mich ist jetzt der Punkt gekommen zu fragen, kann ich hier noch die Verantwortung übernehmen? Was ist, wenn hier einmal etwas passiert?“

Was sie meint, ist bei einer Brandschutzübung im vergangenen Oktober an ihrer Schule deutlich geworden. Bei der Übung schränkten parkende Fahrzeuge den Zufahrtsweg für die großen Feuerwehrfahrzeuge ein. Zwischen Schulgebäude und parkenden Autos reichte der Platz am Ende nur knapp für den Rettungseinsatz über die Drehleiter. Die Rettungsübung verzögerte sich dadurch erheblich.

Allerdings, ein neues Problem seien die parkenden Autos in der Feuerwehrzufahrt auch im Oktober nicht gewesen, sagt Wiergowski. Seit fünf Jahren mahne sie schon, es müssten mehr Parkplätze geschaffen werden. Insgesamt reichten die Kapazitäten für die Schule einfach nicht aus. Außerdem gebe es noch ein zweites sicherheitsrelevantes Problem. Im Schulgebäude gebe es keine Lautsprecheranlage. Im Falle eines Amoklaufs habe sie keine Möglichkeit, die Kollegen in den Klassenräumen schnell zu warnen, sagt Wiergowski.

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Pläne immer wieder verschoben

Pläne, die Situation zu verbessern, gebe es bereits, sagt die Schulleiterin. Dabei gehe es nicht nur um die Parkplatzsituation, sondern auch um den Anbau einer Mehrzweckhalle. Immer wieder würden diese Pläne verschoben, sagt sie. Vor den Eltern der rund 60 Schulkindern ihrer Schule bekomme sie so ein Glaubwürdigkeitsproblem. „Die sprechen es immer wieder an und sehen, es passiert nichts. Ich muss mich dann immer wieder rechtfertigen. Das geht auf Dauer nicht“, betont Wiergowski. „Es ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, dass man anders darauf aufmerksam macht“, sagt sie.

Wie sie das machen will, hat die Schulleiterin zuletzt bei der Kreistagssitzung gezeigt. Zusammen mit weiteren Angehörigen ihrer Schule war sie gekommen; mehrfach verwies die Gruppe vor dem versammelten Kreistag auf sicherheitsrelevante Probleme an ihrer Schule. Das, so betont Wiergowski, wollten sie jetzt öfter tun, wenn sich nichts ändere.

Wiergowski weiß, dass es im Landkreis noch viele andere Schulen gibt, die sanierungsbedürftig sind. Das Amt für Gebäudemanagement des Kreises bezifferte den Sanierungsstau an Schulen zuletzt im September auf 100 Millionen Euro.

Landkreis kündigt Lösung bei Parkplätzen an

Im Doppelhaushalt für die kommenden beiden Jahre sind keine Investitionen für die Ohreschule eingeplant. Dirk Michelmann, zuständiger Dezernent im Landkreis, teilt dazu auf Nachfrage mit: „Der Investitionsbedarf ist insgesamt größer als die finanziellen Möglichkeiten des Landkreises, dadurch ist eine Priorisierung der Vorhaben notwendig. Innerhalb dieser Priorisierung konnte die Ohreschule für die nächsten beiden Jahre leider nicht berücksichtigt werden.“

Die Parkplatzsituation an der Schule soll sich laut Michelmann dennoch verbessern. Auch ohne eingeplante Investitionsmittel werde es eine Lösung geben, betont der Dezernent. Wie genau diese Lösung aussehen werde und wann es dazu kommt, teilte er nicht mit.