Hillersleben l Seit Jahrzehnten gehen Schüler in dem Gebäude ein und aus - auch wenn es die eigentliche Ohretalschule gar nicht mehr gibt. In den vergangenen Jahren diente der Komplex anderen Einrichtungen als Ausweichquartier. Derzeit nutzt die Grundschule Samswegen die Räume. Doch bald soll alles anders werden.

Spätestens bis 2022 sollen in dem Gebäude 40 Wohnungen entstehen. Das ist der Plan von Stephan Pohl und Christian Köhler. Die beiden sind Geschäftsführer der Wohnungsgemeinschaft „Wohnen im Ohretal“. „Es werden moderne, flexible Wohnungstypen vom Single-Studio bis hin zu Dreizimmerwohnungen entstehen“, erzählt Stephan Pohl. Sie seien unter anderem für Familien, aber auch für Ältere gedacht. „Unser Ziel ist es, hochwertige und barrierefreie Wohnungen zu schaffen und das in einer besonderen Umgebung“, so Stephan Pohl.

Die Klassenräume würden umgestaltet. Jede Wohnung werde über einen Balkon oder eine Terrasse verfügen. Sie sollen über einen Aufzug und ein zentrales Treppenhaus erreichbar sein. Weiterhin würden außerhalb des Gebäudes Parkplätze entstehen.

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Mehr als nur Wohnraum

Die Idee der beiden Geschäftsführer geht allerdings über reinen Wohnraum hinaus. Beispielsweise sei die Ansiedlung eines Dienstleisters für ambulante Pflege geplant. Gespräche würden bereits geführt. Ein Friseur-Geschäft sei denkbar. Ebenso wie eine Podologie, eine Physiotherapie oder medizinische Anbieter wie Ärzte und Apotheker. Ein Wellnessbad, eine Tagespflege und ein Saal für Feiern gehören ebenfalls zum Konzept.

„Es gibt bereits ein großes Interesse von älteren Menschen aus der Region. Sie können vor Ort bleiben mit allen sozialen Kontakten. Mit unserem Konzept mit Parkanlage und Hobbyraum zum kreativen Werken und einem kleinen Café stellen wir die Räume bereit, die eine lebendige Gemeinschaft braucht“, erklärt Christian Köhler. Außerdem solle das Gebäude in die Landschaft integriert werden. Die Haltung von Tieren wie Hühnern, Schafen oder Kaninchen sei möglich - Sportangebote ebenfalls. Der Bushaltepunkt am Gebäude soll bestehen bleiben. Das sei bereits mit dem Busunternehmen geklärt. Der Schulhof solle in ein Gartenland umgewandelt werden.

Die Grundschule Samswegen soll noch bis zu den Sommerferien 2020 das Gebäude nutzen. In dieser Zeit erfolge die Bauvorbereitung und die Genehmigungsplanung. „Das Schulgebäude wird in der Bauphase auf den Stand der Technik gebracht. Die Umsetzung soll schnell durchgeführt werden“, erklären die beiden Geschäftsführer. „Wir wollen voraussichtlich damit 2021, spätestens 2022 fertig sein. Dann könnten die ersten Interessenten einziehen.“

Die Aula könne nicht erhalten werden und werde abgerissen. Eventuell könne dort ein neues Gebäude errichtet werden. Die Zukunft der Sporthalle sei noch ungewiss. „Wir suchen derzeit nach einem Betreiber, der mit seinem Konzept eine weitere Investition in das Gebäude rechtfertigt, wir schätzen den Instandhaltungsstau auf eine Höhe von 500.000 Euro. Für den laufenden Betrieb können wir von 25.000 Euro Kosten pro Jahr ausgehen, die ebenfalls erwirtschaftet werden müssen.“ Nach dem Auszug der Schule werde eine Entscheidung für die Nutzung oder den Abriss fallen.