Haldensleben l Mit einem großen Hydraulik-Meißel knackt der Bagger den Straßenbelag. Anschließend tauscht er das Werkzeug gegen eine Schaufel und räumt den Schutt beiseite. Was kürzlich noch eine Hauptverkehrsader der Stadt war, verschwindet nun. Die Brücke über die ehemalige Kanonenbahn wird abgerissen. Das passiert im Zusammenhang mit dem Bau der B 71n, also der Ortsumgehung Wedringen.

Eigentlich hätten diese Arbeiten früher beginnen sollen. Südlich der Bundesstraße hat die Landesstraßenbaubehörde (LSBB) Sachsen-Anhalt eine ebenerdige Umfahrung der Brücke anlegen lassen. Am 15. Januar sollte sie fertig sein. Doch das Wetter machte den Planern einen Strich durch die Rechnung.

Umfahrung für Verkehr freigegeben

Dafür ging es in den vergangenen Tagen Schlag auf Schlag: Am Freitag war die Umfahrung bereit. Am Sonnabend wurde sie für den Verkehr freigegeben. Montag begannen Arbeiter damit, die Asphaltbefestigung der Fahrbahn auf den Brückenrampen abzufräsen. Seit gestern läuft der Rückbau der Brücke. „Hierzu werden zunächst die beiden Widerlager freigelegt und dann der ‚Überbau‘ (also der auf den Pfeilern liegende Teil der Brücke) und abschließend die Pfeiler abgebrochen“, erklärt Andreas Boehle. Er ist der Fachbereichsleiter Planung und Entwurf bei der Landesstraßenbaubehörde, Regionalbereich Mitte.

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Als Ersatz für die Kanonenbahnbrücke soll später eine ebenerdige, vierspurige Fahrbahn gebaut werden. Den Gesamtzeitplan sieht Andreas Boehle nicht in Gefahr: „Verzögerungen des Bauablaufs durch die witterungsbedingte Unterbrechung sind nicht zu verzeichnen, da zunächst das Vergabeverfahren für die nachfolgenden Straßenbauarbeiten durchgeführt und ein Baubeginn erst im August 2018 erfolgen wird“, so der Vertreter der LSBB. Bereits zum 30. April soll die Brücke vollständig verschwunden sein.

Bau der Beberbrücke

Auch andernorts schreiten die Arbeiten an der B 71n voran. Bei der neuen Beberbrücke zwischen Haldensleben und Wedringen geht es im Moment um die Gründung des Bauwerkes. „Derzeit werden die Bewehrungsstähle des östlichen Fundamentes (Wedringer Seite) montiert“, informiert Andreas Boehle. Des Weiteren würden die archäologischen Grabungen fortgesetzt. „Schwerpunkt dabei sind jetzt die Flächen im Bereich der künftigen Anschlussstellen zur Verknüpfung der Ortsumgehung mit der vorhandenen B 71. Dort sollen ab zirka Oktober 2018 die Brückenbauarbeiten beginnen“, schreibt Boehle dazu.

Die gesamte Ortsumfahrung Wedringen soll im Jahr 2021 fertig sein und eine Länge von 4,3 Kilometern haben. Die Trasse wird hinter der Beber nach Süden schwenken, mit einer Brücke die Kreisstraße nach Althaldensleben überqueren, dann nach Westen schwenken und parallel zur Eisenbahnstrecke Magdeburg-Haldensleben und zum Mittellandkanal verlaufen.