Haldensleben l 5187 Mal hat es 2017 auf den Straßen des Landkreises Börde gekracht. Das sind 175 Unfälle weniger als noch 2016. Das geht aus der Unfallstatistik des Polizeireviers Börde hervor. Positiv sei, dass die Zahl der Verletzten deutlich abgenommen habe, erklärte Tina Beck, Leiterin des Verkehrseinsatzdienstes bei der Börde-Polizei. Endeten im Jahr 2016 noch 538 Unfälle mit 704 Verletzten, sank die Zahl im Folgejahr auf 517 Unfälle mit 665 Verletzten. Wermutstropfen ist die Zahl der Todesopfer auf den Straßen in der Börde. 2017 kamen hier elf Menschen ums Leben. Dabei könne kein Unfallschwerpunkt ausmacht werden, so Beck. Die tödlichen Unfälle seien über den gesamten Kreis verteilt gewesen.

Die Zahl der Raser im Landkreis hat im vergangenen Jahr zugenommen. Zwar gab es 2017 insgesamt weniger Verkehrsunfälle, die Zahl derer, bei denen zu hohes Tempo die Ursache war, ist aber deutlich angestiegen. 564 Mal kam es zu Unfällen wegen zu hoher Geschwindigkeit. Dies war damit die Unfallursache Nummer eins, gefolgt von zu geringem Abstand und falscher Straßenbenutzung – dazu zählen unter anderen Überholen und falsches Abbiegen.

Zu hohes Tempo Hauptursache

Gerade um den Rasern Herr zu werden, würden verstärkt Geschwindigkeitskontrollen vorgenommen, so Tina Beck. Dabei gehe die Polizei auch gerne Hinweisen von Bürgern nach. „Wir nehmen jeden Hinweis ernst und kontrollieren dann gegebenenfalls auch an den genannten Stellen“, sagt Beck.

Die meisten Unfälle werden von Fahrern der Altersgruppe zwischen 30 und 50 Jahren verursacht. Allerdings ist die Zahl der Unfälle durch ältere Menschen ab 65 Jahren steigend. „Das hat natürlich auch mit dem demografischen Wandel zu tun“, erklärt Tina Beck. Wenn die Bevölkerung älter werde, würden natürlich auch die Verkehrsteilnehmer älter werden. Deswegen stehe zu befürchten, dass in Zukunft diese Altersgruppe ein Schwerpunkt werden könnte. Es gäbe aber ein sehr gute Zusammenarbeit mit der Verkehrswacht, gerade bei gemeinsamen Projekte für ältere Verkehrsteilnehmer.

Angesichts der ländlichen Struktur des Kreises bleiben auch Wildunfälle ein Problem. Durchschnittlich 4,6 Mal pro Tag kommt es zu Zusammenstößen zwischen Tier und Auto. In der Summe waren es mit 1693 Wildunfällen zwar 65 weniger als noch im Vorjahr, der Wert liegt aber dennoch deutlich über dem Landesdurchschnitt. Gerade während der Dämmerung gelte es, besonders vorsichtig zu fahren.