Nordgermersleben l Ähnlich wie im Ort Nordgermersleben geht es auch im örtlichen Posaunenchor lebendig zu, wie Pfarrerin Helgard Steinacker feststellte, als sich die Bläsergemeinschaft zu einem Festkonzert zusammenfand. „Blechsalat“ war es überschrieben. Sicherlich kein ganz gewöhnliches Konzert, aber dennoch blieben die Bläser einem treu: Sie spielten zu Ehren Gottes.

Den größten Anteil daran, dass der Posaunenchor gemeinsam mit seinen „Friends“ (Freunden) jetzt dieses Jubiläum feiern konnte, hat mit Sicherheit ein Mann, der damals nicht mehr allein Trompete spielen wollte. Die Rede ist von Klaus Ehlers, der den Posaunenchor einst in Uhrsleben aus der Taufe hob. Er ist heute noch immer dabei und gab erst vor drei Jahren die Leitung des Chores an Stefan Heinzel ab.

Klaus Ehlers als Begründer

Bilder von einst, die als Überleitung zwischen den einzelnen Musikstücken an die Wand projiziert wurden, zeigten, dass sich der Posaunenchor gut entwickelte. Einige kamen und gingen wieder, andere sind bis heute geblieben. Stolz aber sind die Musiker, dass die Posaunenchöre so gut vernetzt sind, regelmäßig in Kontakt stehen beziehungsweise sich bei verschiedenen Anlässen auch treffen. Was aber alle eint, ist, dass Jung und Alt gemeinsam musizieren.

Bilder

Besonders bei ihrem „Blechsalat“ bewiesen die Musiker des Nordgermersleber Posaunenchors, dass „Friends“ immer willkommen sind. Nicht nur das „Auswärtige“ im großen Orchester mitspielten, nein, im zweiten Teil des Konzerts durften auch diejenigen Zuhörer, die ihre Instrumente mitgebracht hatten, ihr Können zeigen.

Zuhörer dürfen mitspielen

Aber trotz aller „Freunde“ sichert wohl nur der eigene Nachwuchs auf Dauer den Bestand. Und dafür tut der Nordgermersleber Posaunenchor viel. Nicht nur, dass mit Stefan Heinzel die nächste Generation nun den Dirigentenstab in der Hand hält, auch die Jugendriege ist stark besetzt. Die Jüngsten sind acht Jahre alt.

Vergessen wollten die Bläser anlässlich ihres Jubiläums aber auch die nicht, die immer im Hintergrund wirken - die, die sich zum Beispiel um die Versorgung kümmern, die die Kirche reinigen oder Fahrgemeinschaften organisieren.

Im Festgottesdienst am Sonntag war es vor allem der Superintendent des Kirchenkreises Haldensleben-Wolmirstedt, Uwe Jauch, mit seiner Predigt, der die Anfänge des Posaunenchores in Erinnerung rief. Gerade die 1960er Jahre und besonders das Jahr 1968 seien eine bewegte Zeit gewesen, eine Zeit des Aufbegehrens und der jungen Leute. Die Instrumente von damals, oft verbeult und mit Patina überzogen, seien mit denen von heute nicht zu vergleichen.

Superintendent rekapituliert Geschichte

 „Aber Bläserchöre waren schon immer ein besonderer Trupp“, erklärte er. Ihre Instrumente waren vielerorts einsetzbar, vermittelten im Zusammenspiel Harmonie und waren vor allem auch laut. Der Posaunenchor Nordgermersleben sei zudem noch über die Grenzen hinaus bekannt – schließlich war er 2017 als Botschafter der Reformation auf Gastspielreise in den USA.

Genau dieses und noch vieles mehr zum Chor und seinen Leitern gibt es auch in der Jubiläums-Festschrift zu lesen. Posaunenchormitglied Wolfram Steinacker hat viele Fakten zusammengetragen und stellte das „Sammelsurium“ zum Jubiläum vor.