Nordgermersleben l Dass Klaus Ehlers ganz still und leise den Dirigentenstab des Nordgermersleber Posaunenchors weitergibt, wollte wohl niemand. Und so gab es wohl für die offizielle Verabschiedung auch keinen besseren Rahmen, als das gemeinsame Konzert des Posaunenchors und des Kirchenchors, das in Nordgermersleben längst zur Tradition geworden ist. Die Kirche war gut gefüllt mit interessierten Zuhörern.

Und einige hatten Klaus Ehlers auch noch einiges zu sagen. Zuallererst der Superintendent Uwe Jauch, der sich „vagabundierend mit Leihinstrument“ unter die Bläser gemischt hatte. Er sprach Klaus Ehlers zahlreiche Eigenschaften zu, die ein Dirigent braucht: Liebe zur Musik, Verständnis für die Noten, aber auch Geduld. „Gott hat Ihnen vieles davon mitgegeben“, sagte er. Und er hatte aber nicht nur die Wünsche in seinem eigenen Namen mitgebracht, sondern auch die der Kreiskantorin Stefanie Schneider. Sie stellte den Dank für Ehlers‘ 50-jähriges Engagement für die Kirchenmusik in den Mittelpunkt ihres Schreibens. Das Posaunenwerk der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschlands würdigte Klaus Ehlers jahrzehntelanges Wirken mit einer Nadel, die Uwe Jauch ebenfalls überreichte.

Klaus Ehlers blickt zurück

Aber wie war es eigentlich einst zu der Gründung des Posaunenchores gekommen? Klaus Ehlers berichtete, dass er das ABC der Posaunenarbeit in seiner früheren Heimat Bad Doberan gelernt hat, es dann über Neubrandenburg bis nach Uhrsleben weitergetragen hat. Da er die Liebe zur Musik teilen wollte, ist so zunächst in Uhrsleben ein Posaunenchor entstanden, der später auch Mitglieder in Nordgermersleben fand. Der Umzug von Uhrsleben nach Nordgermersleben war eine logische Konsequenz. Und so spielen die Mitglieder des Posaunenchors, die heute weit verstreut auch aus den Nachbarorten kommen, immer noch in Nordgermersleben.

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Doch der Chor ist weit bekannt, wie der Vorsitzende des Nordgermersleber Gemeindekirchenrates, Ulrich Trittel, sagte. Nicht nur bei Gottesdiensten ist die Musik des Posaunenchores zu hören, sondern auch andere Veranstaltungen in der Gemeinde und darüber hinaus hat der Chor mitgestaltet. Bei Bläserwettbewerben war er präsent.

Die Bekanntheit hat dem Posaunenchor sicher auch ein Stück geholfen, immer wieder neue Mitglieder zu finden. Johannes Trittel, der selbst mitspielt, hat einmal zusammengezählt und ist auf die Zahl von 84 Musikinteressierten gekommen, die Klaus Ehlers in seinem Chor ausgebildet hat. Klaus Ehlers selbst weiß aber auch, dass einige aufgrund von Ausbildung oder anderen Gründen später den Posaunenchor verließen. „Für mich ist es eine tolle Erfahrung, dass viele nach einer kurzen Pause wiedergekommen sind“, sagte er und war sich sicher, dass die nächste Generation nachwächst und „uns um die Posaunenarbeit in Nordgermersleben nicht bange sein muss“. Und Klaus Ehlers wird als Mitspieler dem Chor auf jeden Fall noch erhalten bleiben.

Die Zukunft am Dirigentenstab ist ebenfalls gesichert. Stefan Heinzel wird ihn nun in der Hand halten. Klaus Ehlers wünschte seinem Nachfolger „Geduld, Geduld, Geduld“, denn es sei nicht so einfach, immer alle unter einen Hut zu bekommen. „Aber wir haben in all den Jahren nie einen Auftrittstermin aus Personalmangel absagen müssen. Ich hoffe, dass das so bleibt“, sagte Klaus Ehlers und zeigte sich überzeugt, dass der Chor unter der Leitung von Stefan Heinzel Chancen hat, sich noch weiter zu entwickeln.