Haldensleben l Sportunterricht mal anders: Im Rahmen eines gemeinsamen Projektes der Nathusius-Förderschule mit der Grundschule „Erich-Kästner“, der Grundschule „Otto Boye“ und der Sekundarschule „Marie Gerike“ erlebten 20 Schülerinnen und Schüler eine ganz besondere Trainingseinheit mit zwei Handballspielern des SC Magdeburg.

Bei den Bundesligaspielern handelte es sich um die Spanier Ignacio Plaza Jimenez, der besser unter dem Spitznamen „Nacho“ bekannt ist, und Juan Muñoz de la Peña. Beide kamen frisch vom morgendlichen Training des, um mit den Schülern zu trainieren.

Sven Teßmann als Leiter der Nathusius-Förderschule hatte die Bewerbung für das Training eingereicht und nach der Zusage zusammen mit Bernd Zürcher, dem Leiter der Regionalstelle Nord des Paritätischen, die Veranstaltung organisiert. „Schon seit der Bundesligasaison 2016 haben wir eine Kooperation mit dem SC Magdeburg“, erzählt Rolf Böse, stellvertretender Vorsitzender des Paritätischen Sachen-Anhalt.

Die Sportlehrer der beteiligten Schulen wählten jeweils fünf sport- beziehungsweise handballbegeisterte Schüler aus, die an der Veranstaltung in der Sporthalle der Sekundarschule „Marie Gerike“ teilnehmen konnten. Zu ihnen zählten unter anderem Tayo Partes, zehn Jahre alt, und Sönke Schoppmann, neun Jahre alt, von der Grundschule „Otto Boye“, die beide Fantrikots des SCM trugen. „Ich bin schon seit mindestens drei Jahren Fan. Ich besuche auch oft Heimspiele. Später hole ich mir auf jeden Fall Autogramme“, erzählte Tayo Partes mit leuchtenden Augen. Auch Sönke Schoppmann war hellauf begeistert: „Ich will vor allem gute Tricks lernen.“

Mit einem Bus zum Transport der Schüler unterstütze Tim Teßmann vom Fachdienst Migration und zweiter Vorsitzender des HSV Haldensleben, die Partnerschaft mit allen Schulen des Projektes: „Wir haben viele Nationalitäten im Verein, auch geistig gehandicapte Schüler der Nathusis-Förderschule. Das Thema Inklusion und Integration ist allgegenwärtig.“

Teamspiele

Die Spieler des SCM machten mit den Schülern zunächst leichte Übungen mit einem gegenseitigen Zuspielen des Handballs zum Aufwärmen. Anschließend traten die Schulen gegeneinander in unterschiedlichen Teams an, später auch aktiv im Spiel unterstützt von den SCM-Spielern.

Zum Dank für ihr Engagement bekamen die Profis jeweils eine Mütze des HSV Haldensleben überreicht von Bodo Zeymer, Vorsitzender des Fördervereins Handballsport im Landkreis Börde. Auch die Spieler brachten einen signierten Ball und ein signiertes Plakat mit. Zum Abschluss bekamen alle Schüler Autogramme, wofür sich die Profis viel Zeit nahmen.

Juan Muñoz de la Peña sagte abschließend: „Wir helfen gerne den Schulen. Mit den Kindern ist es auch immer lustig.“ Ignacio Plaza Jimenez ergänzte mit einem Augenzwinkern: „Außerdem machen wir damit Promotion für Handball.“

Auf die Frage, warum sie Handballer geworden sein, wussten die Spieler keine so genaue Antwort: „Vielleicht, weil wir so schön groß sind?“, lachte der 1,95 Meter große „Nacho“. Juan Muñoz de la Peña erklärte: „Meine Brüder spielen auch.“ Beim Thema Fußball kam die Antwort schnell - auch wenn sie unterschiedlich ausfiel: Juan Muñoz de la Peña ist Fan von Atlético Madrid - Ignacio Plaza Jimenez dagegen von Real Madrid. Ihre wahre Liebe, für die ihre Herzen aber gemeinsam schlagen, sei ganz klar der Handball.