Piplockenburg/Mannhausen l „Es war ein langer Weg von der Planung für die neuen Radwege 2015 bis nun die Schilder endlich angebracht werden können“, sagte Ulrich Kaatz, Mitarbeiter der Biosphärenreservatsverwaltung Drömling, am Mittwochnachmittag beim Termin mit Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliep- hake (CDU).

Am Ufer des Mittellandkanals in Piplockenburg montierten Uwe Engelmann und Marko Greiwe von Meyers Baustellen- und Verkehrsabsicherung aus Ditfurt an einem Pfeiler gleich mehrere der Schilder. Das ist der Knotenpunkt, an der Radler entscheiden können, ob sie vorbei an der Flachwasserzone in Richtung Calvörde, entgegen gesetzt in Richtung Rätzlingen und der Autostadt Wolfsburg oder zum Informationshaus nach Kämkerhorst in Richtung Mieste radeln wollen.

Die Erleichterung und Freude über die weißen Schilder mit der grünen Beschriftung war Kaatz, der verantwortlich für die neuen Radtouren durch den Drömling ist, anzusehen. Es gab nämlich zuvor zahlreiche Abstimmungen zwischen der Bios- phärenreservatsverwaltung und den Städten Gardelegen, Klötze, Oebisfelde-Weferlingen sowie der Gemeinde Calvörde. Eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe beschäftigte sich ausführlich mit den einzelnen Routen. Die Planung erfolgte nach dem Vorbild des Touristischen Leitsystems Sachsen Anhalt. Das Ingenieurbüro Deuter aus Quedlinburg beauftragte die Beschilderung.

„Neben Pfeilwegweisern und Zwischenwegweisern gibt es die Tourenkürzel als kleine Zusatzschilder“, erklärte Kaatz die Bedeutung. Die Abkürzung KMW steht für die „Klötzer Moor- und Waldtour“. Wer auf der „Miester Kolonien-Tour“ unterwegs sein möchte, sollte dem Kürzel MK folgen. Die Schilder für die „Oebisfelder Sumpfburg- und Ländchen-Tour“ sind mit einem OSL gekennzeichnet.

Calvörde ist mit dabei

Bürgermeister Schliephake ist stolz darauf, dass die Gemeinde Calvörde mit der 30 Kilometer langen „Calvörder Sieben Brücken-Tour“ (CSB) in das Rad-Wander-Projekt eingebunden ist. „Calvörde ist nur über Brücken erreichbar, im Südwesten über vier Brücken des Mittellandkanals und im Norden über drei Brücken der Ohre“, schilderte der Gemeindechef. Er berichtete von den Festtagen der Gemeinde Calvörde, die bereits in der Vergangenheit mit den Sieben-Brücken-Touren bereichert wurden. „Bei den Touren war stets das Motto, dass es keine Verlierer, sondern nur Gewinner gibt“, erinnerte sich Schliephake.

Ähnlich sei der Spaß beim Radeln nun für die Drömlingstouren. Von beiden Landseiten ist die Gemeinde von Naturparken – vom Drömling und vom Klüdener Pax-Wanneweh – umgeben.

Ein Problem sieht Schliephake noch in der Instandsetzung- und Unterhaltung der Radwege. „Die Wege werden immer schlechter. Mit den finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde bekommen wir die Instandsetzung nicht mehr hin“, erklärte er. Aus seiner Sicht müssten Verbände gebildet werden, wie bei der Unterhaltung der Gräben. Dann könnte es einen Synergieeffekt geben, bei dem Eigentümer, Nutzer und Gemeinden die Wegeinstandsetzung zentral organisieren und finanzieren.

Die Brücken-Tour beinhaltet 50 Schilderstandorte. Wie der Name sagt, führt die Strecke unter anderem über sieben Brücken entlang der Ohre und des Mittellandkanals durch Velsdorf und den Insernhagen.

Von allen vier Radwegen ist der 130 Kilometer lange Drömlingsrundweg (DRÖ) zu erreichen. Auf den fünf Routen wird es insgesamt 279 Schilderstandorte geben. Die Kosten betragen insgesamt 120 000 Euro und werden aus Mitteln der Partei- und Massenorganisationen der ehemaligen DDR finanziert. Die dazugehörige Radwanderkarte wird mit drei Routen im niedersächsischen Drömling ergänzt. Diese Touren werden derzeit noch erarbeitet. Nach den Ausführungen von Kaatz wird die Karte voraussichtlich in der ersten Hälfte des nächsten Jahres erscheinen.