Calvörde l Vier Tage Reit- und Springsport vom jüngsten Reiter in der Führzügelklasse bis zur Springprüfung der Klasse S** und dem beliebten Mächtigkeitsspringen zog Sportler, Trainer, Betreuer und Pferdesportfans ein Wochenende lang in den Calvörder Grieps.

Im waldreichen Reitstadion hatte der Reit- und Fahrverein Calvörde unter der bewähren Leitung seines Vorsitzenden Hans-Otto Lüders beste Bedingungen und Voraussetzungen geschaffen, um den Pferd-Reiter-Paaren optimale Bedingungen zu vermitteln.

Weniger Besucher als 2017

Hunderte Besucher, die allerdings 2018 nicht so zahlreich kamen wie im Jahr zuvor, konnten Pferdesport in Nachwuchsbereiche ebenso erleben wie Spitzensport.

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Das Mächtigkeitsspringen konnte Ralf-Werner König vom Haldensleber Reitclub auf San Franzisko 10 für sich entscheiden. Im Vorjahr war er mit dem selben Wallach noch auf dem dritten Platz gelandet. Von den zwölf Bewerbern um diese schwere Prüfung mit vier Hindernissen konnten sich schließlich fünf platzieren. Hans-Günter Stürze vom benachbarten Reitverein Etingen landete auf Platz 6, war allerdings bei verschiedenen anderen Prüfungen dieses Turniers mehrfach erfolgreich.

Christof Kauert gewinnt Großen Preis

Der „Große Preis von Calvörde“, einer Springprüfung der Klasse S mit Stechen**, ging am späten Sonnabend an Christof Kauert auf seinem Hengst Ragazy de la Serre von Union 1861 Schönebeck. Der Reitsportler zählte zu den erfolgreichsten dieses Wochenendes. Platz 2 erritt sich Felix Ewald vom Reitclub Gut Wochowsee auf der Stute DSP Adrijana. Marcel Buchheim holte zwei 3. Plätze auf seiner Stute Loopy 2 und dem Wallach Calimero 595.

Beim Championat von Sachsen-Anhalt in der Klasse S**, unter anderen um den Preis des Landrates siegte Marcel Buchheim mit Chico P von der RSG Uelzener Land. 23 Starter hatten sich in dieser Klasse zum Abschluss des Turnieres am Sonntagnachmittag gemessen. Die Ehrung wurde in Anwesenheit des Landrates Hans Walker vorgenommen, der gemeinsam mit Thomas Webel, Landesminister für Entwicklung und Verkehr, dem Bundestagsabgeordneten Manfred Behrens und Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake begrüßt werden konnte.

Großzügige Preise

Ein großes Herz für die Jüngsten zeigten wie auch bei den anspruchsvolleren Klassen zahlreiche Sponsoren. Sie hatten die Prüfungen großzügig mit Preisen ausgestattet, so dass mancher Nachwuchsreiter strahlend bei der Siegerrunde mitritt, ohne ganz oben auf dem Treppchen gelandet zu sein.

Beim Grieps-Cup zur Förderung der Nachwuchsreiter hatten die Sponsoren Wolfram Herre aus Harbke und Ernst-Albert Horn aus Helmstedt selbst die Siegerehrung vorgenommen. In der Springprüfung der Klasse A** mit Stechen holte sich Nick Greiffert vom RFV Helmstedt auf Emmely 13 die goldene Schleife. Zweite wurde Virgillia Denecke vom RFV Ausleben auf Cony 9 vor Johanna Börns vom RFV Wegeleben mit Picasso 791. Carolin Schlubeck vom Haldensleber Reitclub platzierte sich mit Sabrina 429 in dieser Prüfung auf Rang 8 und durfte die Siegerrunde mitreiten. Die klappte dann auch deutlich besser als beim ersten Versuch der Nachwuchsreiter am Donnerstag.

Was für das Auge bot der Führzügelwettbewerb der Jüngsten vor dem abschließenden Championat von Sachsen-Anhalt. In der Klasse für die Allerjüngsten gingen mit Sofia Kampe vom RFV Kunrau auf Ensolana B, Halo May Dietrich vom SV Angern auf Chanel und Aurelie Siegling vom RSV Rätzlingen auf Flicka drei blutjunge Amazonen auf ihren Ponys an den Start und machten ihren aufgaben unter den Augen der Juroren Rebecca Völzke und Vera Beschnidt sehr gut. Aurelie gewann vor Halo May und Sofia den Wettbewerb mit der Prüfungs-Nummer 1.

Calvörder Rocknacht

Nicht nur der sportliche Aspekt steht bei den mehr als 50 Turnierjahren bei den Calvördern auf dem Programm. Auch das kulturelle Angebot kann sich stets durchaus sehen lassen. Reiter, die das Wochenende ihr Camp am Reitstadion aufgeschlagen hatten, rockten mit weiteren Besuchern Sonnabendnacht mit „John Diva and the rockets of love“ bei der schweißtreibenden zweiten Calvörder Rocknacht im Grieps.

Die Herzen zum Schmelzen brachte am Sonntagnachmittag Leon Brandl. Als Andreas-Gabalier-Double hat der Volksrock‘n‘Roller nicht nur ein ähnliches Aussehen wie das Schlageridol, sondern auch Stimme und Slang des Österreichers drauf. Der Sänger mit seiner charakteristischen Mikrofongabel kam auf einem als Bühne zurechtgemachten, traktorgezogenen Kutschwagen in die Arena gerollt. Dort hielt es ihn aber nicht lange, er mischte sich unter die Zuschauer rings um die Arena. Trotz knalliger Temperaturen schwangen vorrangig weibliche Verehrer sofort die Hüften mit, klatschten und sangen die bekannten Songs mit.

Ein großer Dank geht an dieser Stelle wie immer an alle ehrenamtlichen Helfer und Sponsoren, ohne deren dauerhafte Unterstützung ein derart hochkarätiges Reitsportturnier nicht möglich wäre.