Hundisburg l Es sah so gut aus: 2017 startete das Land einen „Wettbewerbsaufruf zur Verbesserung der Präsentation und nachhaltigen Nutzung des kulturellen Erbes in Sachsen-Anhalt“. Die Stadt Haldensleben machte mit. Sie reichte Unterlagen für eine weitere Sanierung des Schlosses Hundisburg ein - und das Projekt wurde als förderfähig eingestuft.

Wie Bauamtsleiter Holger Waldmann erklärt, geht es um die Fertigstellung des Haupthauses. 2018 sollte die Planung erfolgen. 2019 sollten die eigentlichen Arbeiten beginnen.

Zwei Millionen für Restauration

Unter anderem war geplant, die Fassade instandzusetzen und in diesem Zusammenhang auch den sogenannten Bibliotheksgang auf der Nordseite zu rekonstruieren. Das Dach auf der Südseite sollte erneuert werden, denn derzeit ist es noch mit Betondachsteinen aus DDR-Zeiten gedeckt. Darüber hinaus war vorgesehen, das Foyer des Mittelbaus auf der Hofseite fertigzustellen sowie den Hauptsaal und das Treppenhaus vollständig zu rekonstruieren. Die Gesamtkosten werden auf knapp 2,2 Millionen Euro geschätzt. Erhofft wurde eine Förderung von 80 Prozent, also rund 1,75 Millionen Euro.

Diese Burgen und Schlösser zieren Sachsen-...

Magdeburg (rg) In Deutschland gibt es schätzungsweise 25.000 Burgen. Sachsen-Anhalt verfügt über eine reiche Burgen- und Schlösserlandschaft.

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  • Schloss Dornburg bei Gommern wird vom Land-Sachsen-Anhalt für 990.000 Euro zum Kauf angeboten. Mit seiner Architektur gehört es zu den wichtigsten Barockschlössern Mitteldeutschland. Foto: Jens Wolf/dpa

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  • Das Schloss Neuenburg in Freyburg (Unstrut) verfügt über eine Einzigartigkeit in Sachsen-Anhalt: Oberirdische Steinbauten, die aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts stammen. Foto: Jan Woitas/lah

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  • Ein beliebtes Touristenziel ist die Burg Regenstein bei Blankenburg im Harz. Besucher können die denkmalgeschützten Reste der im Jahre 1169 erstmals erwähnten Burg besichtigen. Foto: Jens Wolf/lah

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  • Das Schloss Leitzkau befindet sich in Gommern im Jerichower Land. Das ursprünglich mittelalterliche Bauwerk wurde im Jahre 1133 als Prämonstratenkloster erbaut. Foto: Peter Gercke/dpa

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  • Das Schloss Wernigerode im Harz ist das meistbesuchte Museum Sachsen-Anhalts 2017. Die früheren Schlossherren, die Grafen und Fürsten zu Stolberg-Wernigerode, empfingen hier ihre Gäste. Foto: Matthias Bein/dpa

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  • Touristen können mit der Gondel zum Schloss Wörlitz im Wörlitzer Park fahren. Das Gebäude gilt als Gründungsbau des Klassizismus. Foto: Jens Wolf/dpa

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  • Im Jagdschloss Spiegelsberge in Halberstadt im Landkreis Harz befindet sich das ältestes erhaltene Riesenweinfass der Welt. Das wurde 2008 im Guinessbuch der Rekorde dokumentiert. Seit dem Sommer 2017 ist es wieder frei für Touristen zugänglich. Foto: Jens Wolf dpa/lah

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  • Ein ehrenamtlicher Verein saniert das Dach des Schlosses in Blankenburg im Landkreis Harz. Das Barockschloss wird für Ausstellungen, Konzerte und Lesungen genutzt. Foto:Jens Müller

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  • Das Jagdschloss Hirschburg in Letzlingen im Altmarkkreis Salzwedel wurde 1560 vom brandenburgischen Kurfürsten errichtet. Heute wird es durch die evangelische Kirchengemeinde Letzlingen genutzt. Foto: Jens Wolf/lah

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  • Das Schloss Hessen in der Einheitsgemeinde Osterwieck im Harz ist nicht nur das Wahrzeichen des Orts, sondern beherbergt auch die Kindertagesstätte. Es wurde als Wasserburg im Mittelalter erbaut. Foto: Mario Heinicke

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  • Eine gut erhaltene Burganlage ist die Wasserburg Flechtingen im Landkreis Börde. Seit 2004 ist das Gebäude ungenutzt. Foto: Annet Roisch

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  • Die Sanierung der Burg Oschersleben wurde 2017 abgeschlossen. Nachweislich mindestens 800 Jahre alt, wird sie künftig als Archiv, Wohnraum und Veranstaltungsort genutzt. Foto:Sebastian Pötzsch

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Dann folgten die schlechten Nachrichten. Insgesamt 40 Beiträge wurden für den Wettbewerb eingereicht. 25 davon wurden als förderfähig eingestuft. Dabei landete Schloss Hundisburg auf Rang 23. Doch insgesamt hatte das Land Sachsen-Anhalt 33 Millionen Euro bereitgestellt. Das reicht nach derzeitigem Stand nur für die Plätze 1 bis 12. „Bei einer Präsentationsveranstaltung im Januar in Magdeburg wurde darüber informiert, dass es voraussichtlich zu einer Mittelaufstockung kommt“, informiert Holger Waldmann. Dann würde es für die ersten 20 Plätze reichen. Schloss Hundisburg wäre noch immer nicht dabei.

Weitere Ideen für Förderung

„Wir eruieren jetzt Möglichkeiten, für das Projekt doch noch eine Förderung zu bekommen“, so Holger Waldmann. „Uns ist gesagt worden, dass man das Projekt für sehr förderfähig hält. Aber wir haben in Moment keine feste Zusage“, ergänzt Stadt-Pressesprecher Lutz Zimmermann.

Schloss Hundisburg wurde im Jahr 1140 zum ersten Mal erwähnt. Der Umbau zum barocken Erscheinungsbild und die Anlage eines entsprechenden Gartens ereigneten sich an der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert. Während einer Einquartierung sowjetischer Truppen kam es 1945 zu einem Brand, der das Haupthaus zu zwei Dritteln zerstörte. Während der DDR-Zeit wurde das Ensemble zwar unter Denkmalschutz gestellt.

Besucheransturm auf dem Schloss

Aber der Zerfall schritt fort. Nach der Wende begannen der Wiederaufbau des Schlosses und die Rekonstruktion des Barockgartens. Seit 1993 wurden etwa 8,45 Millionen Euro investiert. Schwerpunkte waren dabei der Ausbau des Akademiegebäudes und der Meierei sowie die bisherige Sanierung des Mittelbaus. Heute zählt Schloss Hundisburg zu den wichtigsten touristischen Anziehungspunkten der Region. Im Jahr 2016 gab es beispielsweise rund 80.000 Besucher.