Calvörde l Mit etwas Verspätung begann am Sonnabend die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Calvörde. Wehrleiter Andreas Wolter erklärte, dass er gerade von einem Unfall am beschrankten Bahnübergang bei Lemsell kommt. Die Regionalbahn hatte das Fahrzeug gerammt. Der Pkw-Fahrer hatte die Halbschranken umfahren und kam mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus.

Mit der Bilanz zum Einsatzgeschehen 2017 startete Wolter die Zusammenkunft. 38 Einsätze waren es insgesamt. „Das sind sieben Einsätze mehr als 2016. Der erste der 17 Brände war gleich am Neujahrstag ein Wohnungsbrand in Alleringersleben. Dort sind wir mit dem Einsatzleitwagen raus gefahren. In dem Fahrzeug arbeiten speziell geschulte Einsatzkräfte, um den Einsatzleiter bei größeren Schadenslagen zu unterstützen. Leider konnten wir nicht verhindern, dass das ganze Haus komplett abgebrannt ist“, erinnerte sich der Wehrleiter.

Glücklicherweise keine Verletzten

In der Median-Klinik Flechtingen gab es im Bademeisterbüro einen Schwelbrand. „Es gab ein Problem an der Luftheizung in der Klimaanlagenverrohrung. Da musste zum ersten Mal das ganze Gebäude evakuiert werden. Zum Glück war es Sommer. Es gab keine Verletzten. Alle Patienten konnten wieder zurück ins Gebäude. Das Schwimmbad wurde gesperrt“, zog Wolter Bilanz.

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Zu einem Brand wurden die Feuerwehrleute am Feuerwehrwachturm gerufen. „Ein Jäger hatte seinen alten Hochsitz abgebaut. Es brannte. Ein Radfahrer hatte den Brand entdeckt und uns alarmiert“, berichtete der Wehrleiter. Außerdem rückten die Brandschützer zu einem Schornsteinbrand in der Bahnhofstraße in Calvörde aus. Die Ursache war – nach Wolters Ausführungen – falsches Heizen. Das heißt, dass mit feuchtem Holz geheizt wurde, so dass eine Stichflamme aus dem Schornstein drang.

Rettung von Storchenjungen

Lang war die Liste der Sturmeinsätze. „Es waren 16 Einsätze, die uns insgesamt 428 Stunden in Schach hielten“, sagte Wolter. Ein besonderer Einsatz war die Rettung von vier Storchenjungen. Die Storchenmutter konnte ihre Jungen nicht allein versorgen. Mit Hilfe des Drehleiterfahrzeuges wurden die Jungen vom Horst auf dem Dach eines Calvörder Hauses geholt. Drei Junge überlebten und wurden später in andere Nester gesetzt.

Vier Personen konnten gemeinsam mit den Kameraden der Bülstringer Wehr mit der Drehleiter aus Notlagen gerettet werden. Dabei waren es meist zu enge Treppenflure, die einen Abtransport von Patienten unmöglich machten.

Unfallopfer bedanken sich bei Rettern

Einen Unfall gab es im Dezember auf der Landesstraße 25 zwischen Calvörde und Flechtingen, bei dem vier Personen mit ihrem Fahrzeug verunglückten. Zwei der Unfallopfer, Gitti und Frank Uebel, waren bei der Versammlung anwesend. Das Ehepaar bedankte sich bei den Einsatzkräften. „Dass sich jemand bedankt, ist nicht alltäglich und freut uns sehr. Es ist eine Bestätigung für unsere Arbeit, dass wir alles richtig gemacht haben“, sagte Wolter.

Zur Calvörder Wehr gehören 23 aktive Frauen und Männer sowie 23 Kameraden der Alters- und Ehrenabteilung. Zehn junge Leute zählen zur Jugendfeuerwehr sowie 15 Mädchen und Jungen zur Kinderfeuerwehr. Diese Ausbildung absolvierten Philipp Klenzmann, Felix Berger, Andreas Wolter, Matthias Weber, Benny Schumann, Holger Rübe, Ingo Lüer, Mark Chelvier und Steven Plock. Am Fahrsicherheitstraining nahmen Philipp Klenzmann und Felix Berger teil.

155-jähriges Bestehen feiern

Lang ist die Liste der Vorhaben für 2018. „Wir wollen mindestens eine Einsatzübung an einem Schwerpunktobjekt in Calvörde und eine Waldbrandübung durchführen. Des Weiteren wollen wir die Zusammenarbeit mit anderen Wehren der Verbandsgemeinde verstärken. Höhepunkt im gesellschaftlichen Leben wird die Feier zum 155-jährigen Bestehen der Wehr, die am 25. und 26. August begangen wird. Dazu soll es auch einen Tag der offenen Tür und eine Feierstunde mit Ehrungen geben

Obwohl die Zuständigkeit für die Angelegenheiten der Feuerwehren mittlerweile bei der Verbandsgemeinde Flechtingen liegt, gehörte auch Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU) zu den Ehrengästen der Jahreshauptversammlung. „Ohne die freiwillige Feuerwehr ist die Sicherheit einer Gemeinde nicht zu gewährleisten. Dafür sind wir natürlich sehr dankbar.“, sagte Schliephake und lobte Christine Schmittke, die für die Kinder- und Jugendarbeit der Wehr verantwortlich ist.