Hundisburg l Die Arbeiten sollen in zwei Phasen erfolgen. Zunächst geht es um die Fassade und das Dach des Haupthauses. Bereits im März 2019 soll das Gebäude eingerüstet werden. Teile der Außenwände auf der Garten- und auf der Hofseite sollen neu verputzt und gestrichen werden. Darüber hinaus soll der südliche Teil des Daches neu gedeckt werden. Nach den Plänen der Stadt wird er dabei dem nördlichen Dachbereich angeglichen, der bereits saniert ist.

„Es müssen auch Sandsteinteile instand gesetzt und repariert werden, so dass neben Dachdeckern, Maurern und Malern auch Steinmetze auf der Baustelle eingesetzt werden“, erläutert Holger Waldmann, der Leiter des städtischen Bauamtes. Dabei seien die verschiedenen Gewerke mitunter zeitgleich im Einsatz. Denn schon im Oktober soll diese Bauphase abgeschlossen sein.

Die Kosten dafür beziffert die Stadt mit etwa 560 000 Euro. Neben Eigenmitteln kommt Geld aus dem Bundesförderprogramm „Ländliche Entwicklung / Dorfentwicklung“ zum Einsatz. Wie Andreas Radeck von der städtischen Pressestelle informiert, sind es 350 000 Euro. „Das ist der höchste Fördersatz, den man aus diesem Förderprogramm erhalten kann“, erklärt Holger Waldmann. Der Förderbescheid sei bereits im September 2018 bei der Stadt eingegangen.

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Die zweite Phase der Sanierungsmaßnahmen ist noch deutlich umfangreicher. Hier geht es um fast 2,2 Millionen Euro. „Für diese Maßnahme ist eine Förderung von bis zu 90 Prozent über das Programm Leader möglich“, erklärt Holger Waldmann.

Der Antrag solle in den kommenden Wochen auf den Weg gebracht werden. Die Chancen auf eine Bewilligung stünden gut. Denn laut dem Bauamtsleiter steht das Vorhaben auf der Prioritätenliste der Leader-Aktionsgruppe.

Das Geld soll ebenfalls in das Hauptgebäude investiert werden. Konkret geht es um dessen Mittelbau. Dort sollen das Foyer, das Treppenhaus und der Hauptsaal rekonstruiert werden. Wie Holger Waldmann ausführt, ist die Treppe derzeit ein Rohbau. Nach den Arbeiten soll sie dem historischen Originalzustand wieder weitestgehend entsprechen.

Hauptsaal

Im Hauptsaal geht es um die Wände und den Fußboden. Mit dem Foyer ist der Zugang zum Haupthaus vom Hof aus gemeint. Auch dieser Raum befindet sich derzeit im Rohbau-Zustand. Insgesamt handelt es sich bei dem Projekt laut Holger Waldmann um „einen der größten Schritte bei der Schlosssanierung.“ Bis Ende 2020 soll alles fertig sein. Letztlich sollen sich die Arbeiten auch bei den Besucherzahlen bemerkbar machen. Derzeit verzeichne Schloss Hundisburg etwa 80.000 Gäste pro Jahr.

„Ein erklärtes Ziel ist es aber auch, die Nutzung des Haupthauses nach der großen Sanierungsetappe zu intensivieren“, führt Andreas Radeck aus. „Zusätzliche Vorträge, Tagungen, Sonderausstellungen und andere Veranstaltungen sollen stattfinden. Das würde bedeuten, dass von einem weiteren Anstieg der Besucherzahlen auszugehen ist.“

Harald Blanke als Leiter der Schloss- und Gartenverwaltung betont: „Das Gebäude soll in seiner ehemaligen Funktion als herrschaftliches Haus respektiert und erfahrbar sein und im lebendigen Dialog mit der Gegenwart und seinem Umfeld stehen.“

Von der aktuellen Haushaltssperre der Stadt Haldensleben ist das Projekt Andreas Radeck zufolge nicht betroffen. Während der vorläufigen Haushaltsführung darf eine Kommune nur Geld für Pflichtaufgaben und bereits begonnene Maßnahmen zur Verfügung stellen.

Letzteres treffe auf den ersten Abschnitt der Arbeiten zu. Denn 2018 sei nicht nur der Förderbescheid eingetroffen. Darüber hinaus erfolgte die Planung und die Aufträge für den Gerüstbau wurden vergeben. Damit gilt das Projekt als begonnen.

Der zweite Teil der Sanierung bleibe von der aktuellen Haushaltssperre ebenfalls unberührt. „Erst wenn der Fördermittelbescheid da ist, kommt es zu weiteren Ausgaben“, informiert Holger Waldmann. Bis dahin wird die Stadt aller Voraussicht nach über einen genehmigten Haushalt verfügen.