Erxleben l Erxlebens Bürgermeister Gerhard Jacobs tritt am Donnerstag, 8. November, eine Reise nach Leipzig an, gemeinsam mit Vertretern des Deutschen Fachwerkzentrums Quedlinburg. Im Rahmen der Europäischen Messe für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung - Denkmal 2018 - im Congress Center wird die Gemeinde mit einem Sonderpreis im Bundeswettbewerb „Europäische Stadt: Wandel und Werte - Erfolgreiche Entwicklung aus dem Bestand“ geehrt.

Das Bundesbauministerium hatte anlässlich des Europäischen Kulturerbejahres den Bundeswettbewerb ausgelobt. „210 Städte und Gemeinden haben sich mit ihren Projekten für einen zukunftsweisenden Umgang mit dem baukulturellen Erbe der Europäischen Stadt in den Wettstreit begeben“, berichtete Susanne Lottermoser, Leiterin der Unterabteilung Baupolitik und Stadtentwicklung im Bundesministerium.

Beispiel für Integration

Eine Fachjury habe nach intensiven Beratungen aus den Bewerbungen 22 Projekte zur Nominierung vorgeschlagen. Darunter befindet sich das Projekt „Innovation, Partizipation, Engagement, Integration - Integrativer Ort BauDenkmal“, mit dem das Deutsche Fachwerkzentrum Quedlinburg seit drei Jahren einen Teil des Erxleber Schlosskomplexes schrittweise aus dem Jahrzehnte währenden Dornröschenschlaf erweckt und auf ressourcenschonende Weise mit beispielhafter Integration von Einheimischen, Flüchtlingen, Schülern und Studenten saniert.

„Die von Fachwerkzentrum individuell angepassten Bausteine für eine substanzschonende Sanierung des Komplexes mit Startpunkt im Joachimsbau schafften ein abschnittsweise restauriertes Baudenkmal auf dem Weg in eine neue Nutzung“, so Claudia Hennrich von der Geschäftsführung des Fachwerkzentrums.

Seit Dezember 2015 entstanden in den einzelnen Baufeldern Begegnungen von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kooperationen mit Schulen und Hochschulen in der Planung, Forschung und im Bauablauf. Profis leiteten Laien an, zeigten Flüchtlingen historische Bauweisen, um substanzschonend das historisch Vorhandene größtmöglich erhalten zu können.

Schloss als Kulturträger

Das Fachwerkzentrum startete mit dem Seminar „Integrativer Ort Bau-Denkmal“ und im Tandem mit der TZG Mocult Stuttgart ein Forschungsmodul zur thermischen Behandlung geschädigter Holzbauteile mit einem Heißluftverfahren unter Einbeziehung der Mauerwerkswände.

Die Wiederbelebung des Schlossbaus als Kulturträger, lokale Besonderheit im ortsbildprägenden Zentrum von Erxleben findet seither vielfach großes Interesse - sei es zu Veranstaltungen wie dem Tag des offenen Denkmals oder speziellen Würdigungen wie dem „Sharing heritage“ im Mai dieses Jahres.

Sonderpreis dank Förderbereitschaft

Claudia Hennrich bedankte sich bei allen Förderern, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, der Commerzbank-Stiftung, dem Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und dem Landkreis Börde. Letztendlich sei es deren Förderbereitschaft für das Projekt, die dazu geführt hätte, dass der Gemeinde am heutigen Donnerstag der Sonderpreis des Bundesbauministeriums überreicht werden kann.