Haldensleben l Nachdem die Sanierungsarbeiten seit Monaten im Gange sind, gibt es nun noch einen weiteren Grund zur Freude für die Stadt. Im Rahmen des Leader-Programms der Europäischen Union hat die Stadt 1,9 Millionen Euro für die weitere Sanierung des Schlosses erhalten.

Die Mittel fließen insbesondere in den Mittelbau des Schlosses und sollen so Voraussetzungen für die intensivere kulturelle Nutzung des Gebäudekomplexes schaffen. Übergeben wurde der Bescheid von Staatssekretär Klaus Klang an die stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Wendler. Sie dankte der Lokalen Aktionsgruppe Flechtinger Höhenzug für das Engagement, damit das Projekt auf die Prioritätenliste für das Jahr 2019 eingeordnet werden konnte.

Die EU-Mittel für das Vorhaben in Hundisburg stammen aus dem Europäischen Fonds für die regionale Entwicklung (EFRE). Seit dem Jahr 2017 können die 23 Leader-Aktionsgruppen in Sachsen-Anhalt auch auf diesen Fördertopf der EU zugreifen. Die Förderquote beträgt 90 Prozent. 10 Prozent muss die Stadt Haldensleben aus eigenen Mittel beisteuern.

Bilder

Nun kann das Hauptgebäude wie geplant fertiggestellt werden. Dafür soll die Sanierung im Inneren fortgeführt und abgeschlossen werden. Konkret geht es um den Eingang auf der Hofseite, das Foyer, das Treppenhaus und den Hauptsaal. Nicht zuletzt soll ein Fahrstuhl installiert werden. Er soll den barrierefreien Zugang zu den oberen Räumen ermöglichen und neben dem Treppenhaus auf der Seite zum Haus des Waldes eingebaut werden. Die Arbeiten sollen zu einem großen Teil im Jahr 2020 erledigt werden.

Sanierung des Daches

Bereits seit März dieses Jahres ist das Schloss bereits optisch im Bauzustand, denn seither sind Teile des Gebäudekomplexes eingerüstet. Diese Sanierung betrifft vor allem den südlichen Flügel des Hauptgebäudes. Dort wird unter anderem der Dachstuhl und die Fassade an den beiden seitlichen Flügeln des Hundisburger Schlosses saniert. Auch die rückwärtige Fassade des Mittelbaus wird saniert, es werden die Sandsteinbauteile an der Fassade instand gesetzt, der Putz und die Gesimse werden erneuert. Die Fenster erhalten nach etwa 25 Jahren eine Generalsanierung.

Erst im Verlauf dieser umfangreichen Arbeiten wurden weitere Schäden bemerkt. Die schadhaften Balken werden nun ganz oder in Teilen ersetzt, dann werde das Dach neu eingedeckt – und zwar mit sogenannten Linkskrempern. Die Tonziegel sollen denen auf der rechten Dachseite entsprechen, die bereits zu einem früheren Zeitpunkt eingedeckt wurde. Die neue Gauben-Verblechung auf der rechten Dachseite wollen die Fachleute mit Kupfer vornehmen.

Die Arbeiten, die bis September andauern sollen, lagen 476.000 Euro. Das Vorhaben werde zu 75 Prozent aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) und des Landes Sachsen-Anhalt gefördert.