Ackendorf l Seit mehreren Jahren schon wird in der und um die Ackendorfer Bonifatius-Kirche daran gearbeitet, ein Informations- und Dokumentationszentrum für historische Wandmalereien entstehen zu lassen. Das alte Pfarrhaus in direkter Nachbarschaft der Kirche wird dabei mit einbezogen.

Zwei Zuwendungsbescheide

Nun gibt es positive Signale für eine weitere Etappe: Die Beteiligten um den Vorsitzenden des Kirchspiels Ackendorf-Rottmersleben, Hans-Eike Weitz, können sich über zwei Zuwendungsbescheide für Fördermittel seitens der Investitionsbank Sachsen-Anhalt freuen.

Eine Fördermittel-Zusage aus dem sogenannten Programm „Digital Heritage“ bezieht sich auf die Erfassung, Dokumentation und Präsentation der historischen Wandmalereien. Der Blick der Beteiligten geht dabei auch in Richtung der altmärkischen Leader-Regionen. Hier werden derzeit mittelalterliche Wandmalereien in Zusammenarbeit der Kirchenkreise Salzwedel und Stendal – mit fachlicher Begleitung des Landesamtes für Archäologie und Denkmalpflege – untersucht und dokumentiert.

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„Wir würden uns dann südlich anschließen“, erläuterte Architekt Berthold Heinecke am Donnerstag bei einem Treffen in Rottmersleben. Von der Gesamtinvestition in Höhe von etwas 111.000 Euro sind etwa 100.000 Euro Fördermittel.

140.000 Euro für die Sanierung

140.000 Euro aus der Kulturerbeförderung fließen unterdessen auch in weitere Baumaßnahmen zur Sanierung der Kirche. Neben Sanierungsarbeiten am Fußboden, der Elektroanlage und an den Fenstern sollen auch die Wandmalereien an den Kirchenwänden konserviert werden. Die Gesamtinvestition für diese Maßnahme ist mit etwa 156.000 Euro geplant.

„Ich habe großen Respekt vor der Hartnäckigkeit, mit der die Verantwortlichen des Kirchspiels Ackendorf-Rottmersleben die Beantragung von Fördermitteln für die Sanierung der Kirche St. Bonifatius betrieben haben“, unterstrich Steffi Trittel in ihrer Funktion als Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Flechtinger Höhenzug. Die LAG hat das Projekt im aktuellen Europäischen Leader-Prozess auf ihre Prioritätenliste gesetzt.

Weitere Mittel für Mausoleum Weferlingen

Sie sieht in der Erweiterung des ursprünglichen Leader-Ansatzes, indem Vorhaben auch mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt werden können, als zusätzliche Chance. „Wir haben diese Chance in unserer Lokalen Aktionsgruppe sofort genutzt und können neben der Förderung für die Kirche in Ackendorf auch die Genehmigung von Mitteln der Europäischen Union für die Sanierungsarbeiten des Bürgervereins Weferlingen am Mausoleum von Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth in Weferlingen vorweisen“, erklärte sie. Zudem möchte die Aktionsgruppe Fördermittelanträge für umfangreiche Sanierungsarbeiten am Schloss Hundisburg, an der St. Marien-Kirche in Haldensleben sowie für das Schloss und die Schlosskirche in Erxleben einreichen.

Das freute auch den Superintendenten des Kirchenkreises Haldensleben-Wolmirstedt, Uwe Jauch, der weiß, dass die Kirchengemeinden zwar einen großen Schatz in sich tragen, aber auch eine große Last. Er hoffte, dass auch die Kirche in Ackendorf mit ihren Wandmalereien für ein großes Publikum geöffnet wird und das Bewusstsein für das gemeinsame Erbe geweckt werden kann.