Oebisfelde l Wie soll es weiter gehen mit dem Oebisfelder Rathaus? Diese Frage hat am Donnerstagabend die Mitglieder der städtischen Bau- und Vergabeausschusses beschäftigt. Das Bauamt bereitet gegenwärtig die EU-weite Ausschreibung der Planungsleistung zur Sanierung und Erweiterung des Oebisfelder Rathauses vor. „Wir bewegen uns bei der Realisierung in einem Umfang, der die EU-weite Ausschreibung erforderlich macht“, erläuterte Bauamtsmitarbeiterin Sabine Fischer. Deshalb sei es jetzt wichtig, genau zu wissen, wohin der Fahrplan führt.

Im Dachbereich des denkmalgeschützten Gebäudes gibt es etliche bauliche Schäden, die auf jeden Fall saniert werden müssen. In welcher Größenordnung diese Nachfolgearbeiten nach sich ziehen, ist noch unklar, doch aufgrund der Konstruktion müsse davon ausgegangen werden, dass sich die Schäden in der Fassade fortsetzen, auf jeden Fall bis zur Decke über dem Erdgeschoss.

Die Schäden hatte ein Holzschutzgutachten zutage befördert, dass bereits im Dezember 2014 dem Stadtrat vorgestellt worden war. Im Jahr darauf war ein Sanierungskonzept vorgesehen gewesen, doch der finanzielle Spielraum der Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen gab das nicht her.

Wirtschaftlichkeit auf dem Prüfstand

Das anspruchsvolle Vorhaben wurde auf Eis gelegt, mit der Maßgabe, es nach dem Grundschulneubau in Weferlingen erneut anzupacken. Die Grundschulplanung samt Bewilligung von Fördermitteln aus dem Stark-III-Programm ist soweit fortgeschritten, dass nun das Rathaus erneut in den Fokus rückt.

„Die Planung muss forciert werden, um Fördermittel beantragen zu können“, erklärte Sabine Fischer. Viele Dinge müssten dabei betrachtet werden. So müsse auf jeden Fall der Einbau einer Sicherheitstreppe erfolgen, für die Mitarbeiter müssten für den Bauzeitraum andere Räumlichkeiten gefunden werden. Das Weferlinger Rathaus als Ausweichquartier böte aufgrund der aktuellen Vermietsituation gegenwärtig nur zehn Büros, zu wenig, um allen Platz zu bieten. Dann gelte es auch, festzulegen, wohin die Sanierung führen soll. Soll der Neubau für ein Bürgerzentrum geplant werden, in dem alle Dienstleistungen komplett angeboten werden, vielleicht sogar in einem ersten Bauabschnitt, um später bei der Sanierung des vorhandenen Gebäudes Platz für die Mitarbeiter zu schaffen.

Christiane Schütrumpf (UWG) schlug vor, einen kompletten Neubau zu prüfen, nicht zuletzt, um eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung der Baumaßnahme zu erhalten.

Für Bauamtsleiter Uwe Dietz stellt sich im Fall eines Verwaltungsneubaus an anderer Stelle die Frage einer Nachnutzung, denn „das Gebäude muss immer unterhalten werden“.

„Am Denkmalschutz kommen wir nicht vorbei“, gab Alexander Harms (WG Wir für Oebisfelde) zu bedenken. Er stellte die Frage nach einer sinnvollen Größe für einen möglichen Anbau.

Haus erfüllt nie alle Bedingungen

„Fakt ist, dieses Haus erfüllt nie alle Bedingungen an eine moderne Verwaltung“, räumte Sabine Fischer ein. Dabei handele es sich um ein Einzeldenkmal, das könne nicht alles leisten, was ein Neubau auf der grünen Wiese zu leisten vermag.

Für Klaus Gerike (UWG) ist es keine Option, das Rathaus als erhaltenswertes Gebäude dauerhaft leerzuziehen. „Wir wollen keine Ruine daraus werden lassen“, sagte er. Sie hätte schon eine Idee für eine Nachnutzung, meinte Christiane Schütrumpf.

Das Rathaus gehöre in die Gemeinde und damit auch in die Diskussion in allen Orten. „Wir wollen das gemeinsam in der Einheitsgemeinde erarbeiten“, unterstrich Dirk Kuthe (SPD).

Als „Hausaufgabe“ bekamen alle Ausschussmitglieder mit auf den Weg, in ihren Fraktionen über den Inhalt der Planung zu sprechen und Vorschläge zu unterbreiten. Ziel ist es, irgendwann in rund einem halben Jahr die verbindlichen Unterlagen für eine Ausschreibung vorliegen zu haben.