Rätzlingen l „Es bewegt sich etwas in Rätzlingen. Wir freuen uns, dass Sie sich auch in Bewegung gesetzt haben“, sagte Henriette Mewes im Namen des Gemeindekirchenrates Rätzlingen/Kathendorf bei der Begrüßung der zahlreichen Besucher in der Kirche.

Derzeit fehlen Räumlichkeiten

Eigentlich bewege sich – nach den Ausführungen von Henriette Mewes – schon seit zwei Jahren etwas. Mit dem Verkauf des Pfarrhauses fallen nach wie vor wichtige Räumlichkeiten für kirchliche Veranstaltungen weg, wie die Treffen des Frauenkreises, Bibelwochen, Konfirmandenunterricht, Kindernachmittage und Wintergottesdienste. Für den Gemeindekirchenrat war von Anfang an klar, dass da Abhilfe geschaffen werden muss. „Das Gemeinde- und Kulturzentrum bewegt uns seitdem. Da wurden auf etlichen Sitzungen Vorschläge gemacht, Ideen gesammelt, Anträge gestellt und Finanzierungen beantragt. Jetzt ist alles in Sack und Tüten“, berichtete sie. Der Genehmigungs- und der Zuwendungsbescheid liegen vor.

Architekt Dr. Berthold Heinecke erklärte, dass der Sanierungsbedarf am alten Pfarrhaus zu hoch gewesen wäre. Es hatte auch die Überlegung gegeben, in der Kirche einen Gemeinderaum mit Abstellmöglichkeiten und mit Teeküche unter der Empore einzubauen. „Der Platz dafür reicht nicht aus“, erklärte Heinecke.

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Scheune in schlimmem Zustand

Nun soll aus der alten Fachwerkscheune auf dem Grundstück des ehemaligen Pfarrhauses das Gemeindezentrum entstehen. Das Grundstück wurde deshalb geteilt. Die Scheune ist in einem völlig desolaten Zustand. Es sind deshalb umfangreiche Sanierungsarbeiten nötig. Es wird ein Um- und Ausbau angestrebt. „Geplant ist ein großer Gemeinderaum, ein Abstellraum, ein Archivraum, eine Teeküche, ein kleiner Versammlungsraum und ein WC, das auch behindertengerecht sein wird“, beschrieb der Architekt und zeigte auf den Plänen die Details.

Günther Riedel, Ortschronist von Rätzlingen, wollte wissen, wie das Gebäude gedämmt wird. „Normalerweise wird ein Gebäude von außen gedämmt. Weil aber das Fachwerk zu sehen sein soll, wird es eine Innendämmung aus Gasbetonsteinen geben“, erklärte der Planer.

Karl Baumann aus Lockstedt, gab zu bedenken, dass der Archivraum auf dem Plan mit 7,5 Quadratmeter sehr klein sei. „Wir haben ja in Zukunft das Problem, dass Unterlagen aus fünf Gemeinden kommen, die dort archiviert werden müssen. Das Material ist in Seggerde noteingelagert. Das muss da raus. Das sind sehr viele Kartons“, betonte Baumann und fragte, ob das Dachgeschoss noch ausbaufähig sei. Das verneinte Heinecke, da die Höhe nicht ausreiche. Riedel schlug vor, die historischen Unterlagen ins kirchliche Archiv nach Magdeburg zu bringen, weil es in Rätzlingen niemanden gibt, der das Material fachgerecht aufarbeiten kann.

Kosten von 369.000 Euro

Pfarrer Thomas Vesterling fragte: „Gibt es etwas, das die Leute mit gutem  Willen und dem Wunsch zu helfen, vor Ort machen können?“ Der Planer meinte, dass helfende Hände bei der Entrümpelung des Gebäudes mit anpacken könnten. Auch später bei der Gestaltung der Außenanlage könnten Eigenleistungen erbracht werden.

Die Kosten betragen für die gesamte Baumaßnahme 369.057 Euro. In der Summe enthalten sind etwa 107.402 Euro Eigenmittel, etwa 20.000 Euro kommen aus den Baulastfonds. Die Höhe der Leader-Zuwendung beträgt etwa 241.655 Euro.

Hohe Förderung

„Bei den Summen wird mir persönlich immer etwas mulmig. Der Gemeindekirchenrat hat ja die Verantwortung für dieses Projekt“, schilderte Jörg Lauenroth-Mago. Er erklärte, dass noch Anregungen für die Mitgestaltung gesucht werden. Der Rätzlinger verteilte Zettel, auf denen neben Ideen auch noch offene Fragen aufgeschrieben werden konnten. „Es soll am Ende ein Gemeindezentrum für uns alle werden. Jede Gemeinde sollte sich auch bei der Innengestaltung einbringen“, beschrieb er.

Auch in den Küchen der Mitglieder des Kirchenrates war Bewegung, denn einige Frauen hatten ein Büfett für die Gäste vorbereitet. Beim Essen konnten noch einige offene Fragen beantwortet werden.