Haldensleben l Vor mehr als einem Jahr hat die Stadt Haldensleben das Ratsfischerhaus bei einer Versteigerung gekauft, um das historische und stadtbildprägende Gebäude im Stadtkern zu erhalten. Seither ist hinter den Kulissen einiges angeschoben wurden, um den Verfall zu stoppen.

Laut Stadtpressesprecher Lutz Zimmermann wurde das Gebäude inzwischen entrümpelt. Bei einer Begehung vor einem Jahr war das denkmalgeschützte Haus in einem desolaten Zustand. Die kleinen Räume waren zugemüllt, die Tapete blätterte von den Wänden, das Parkett wölbte sich. Verbogene Holzbalken zeugten vom Absacken des Hauses.

„„Ziel ist es, das Ratsfischerhaus in Außenwänden, Fassade und Dach zu sichern und zu sanieren, sodass es nicht länger dem Verfall preisgegeben ist“, sagt Lutz Zimmermann. Inzwischen habe die Stadtverwaltung eine Vorplanung und Kostenschätzung erstellt. Daraufhin konnte ein Förderantrag für das Programm „Lebendige Zentren“ mit einem Umfang von 495.000 Euro gestellt werden. Das Bauamt warte derzeit auf die Bewilligung. Parallel werde die Planung weiter vorangetrieben. Nebengebäude des Hauses, die sich im zugewucherten Hinterhof befinden, sollen abgerissen werden.

Um 1600 erbaut

Das Ratsfischerhaus wurde bereits um 1600 erbaut und hat alle Brände und Krisenerscheinungen der Stadt Haldensleben überstanden. Es war seit 1766 für fast zwei Jahrhunderte im Besitz der Familie Reps, ist deshalb auch als „Reppsches Haus“ bekannt. Im Jahr 1937 wurde das Haus an den Schuhmachermeister Gustav Lange verpachtet, ein Jahr zuvor allerdings noch einmal komplett saniert.

Seit der Wende war das Ratsfischerhaus nicht mehr bewohnt. Nach einer langen Zeit des Leerstandes wurde das Haus im Jahre 2002 an einen Bewerber aus dem Bördekreis verkauft. Zu diesem Zeitpunkt war es schon von Verfall und Zerstörung gezeichnet. Auch nach dem Verkauf setzte sich der Verfall des Hauses fort. Im September 2019 wurde es schließlich zwangsversteigert.

Wenn das Ratsfischerhaus wieder in einen adäquaten Zustand gebracht ist, soll es wieder genutzt werden. Wie diese Nutzung aussehen soll, ist jedoch noch nicht geklärt.