Bebertal/ Rottmersleben l Zum nächsten Schuljahr soll in das Schulgebäude in Rottmersleben wieder Leben einziehen. Anlass dafür geben die Bauverzögerungen im Zuge der Sanierung und Erweiterung der Bebertaler Grundschule „An den Wellenbergen“ aufgrund einer verzögerten Planung durch das europaweite Ausschreibungsverfahren für die Planungsleistungen und die geänderte Baukonjunktur. Speziell bei einem der bisher ausgeschriebenen Lose für die Planungsleistungen – die Tragwerksplanung – konnte bisher noch keine Auftragserteilung erfolgen, da ein nicht bezuschlagter Bieter Vergabebeschwerde bei der Vergabekammer des Landes Sachsen-Anhalt eingelegt hat. Die Entscheidung steht bis heute aus.

„Der Architekt hat uns infolgedessen empfohlen, die Schule in Bebertal nicht bei laufendem Betrieb zu sanieren“, erklärt Rüdiger Schmidt, Bauamtsleiter der Gemeinde Hohe Börde, weiter zum Hintergrund. Einerseits könnte schneller und andererseits vielleicht billiger gebaut werden, wenn auf den laufenden Schulbetrieb während des Bauablaufs keine Rücksicht genommen werden müssen. Schlimmstenfalls könnten auch Angebote von Firmen ausbleiben, weil niemand die zusätzliche Belastung auf sich nehmen möchte. Außerdem verweist Rüdiger Schmidt darauf, dass bei der Sanierung nahezu jeder Bereich in der Schule betroffen sein wird.

Schule wird hergerichtet

Als Ausweich wurde das Schulgebäude in Rottmersleben für zweckmäßig befunden. Die ersten Gespräche, um die ehemalige Grundschule wieder zu ertüchtigen, hat es jetzt im Januar gegeben, nachdem der Gemeinderat im Dezember per Grundsatzbeschluss dem Leerzug der Bebertaler Grundschule zugestimmt hat. Nach Aussage des Bauamtsleiters muss noch ein zweiter Rettungsweg hergestellt werden, ansonsten befindet sich das Rottmersleber Schulgebäude in einem guten Zustand. Laut des Gemeinderatsbeschlusses sind für die Ertüchtigung des Gebäudes Aufwendungen von etwa 100.000 Euro nötig.

Die nicht einfache, von manchen auch mit Kopfschütteln bedachte Entscheidung sieht der Bauamtsleiter im Sinne der Kinder. Die Bauverzögerungen in diesem Maße seien nicht vorhersehbar gewesen.

Umzug zu den Sommerferien

Mit Beginn der Sommerferien soll das Schulgebäude soweit ertüchtigt sein, dass der Umzug von Bebertal erfolgen kann und alle Klassen über das gesamte Schuljahr 2019/2020 hier unterrichtet werden können. Nach einem Jahr Bauzeit soll dann zu Beginn des Schuljahres 2020/2021 der Rückzug nach Bebertal erfolgen. „Durch den Leerzug können wir die Bauzeit von 14 auf 12 Monate verringern“, so Schmidt.

In Vorbereitung des Umzuges hat es auch die ersten Gespräche bezüglich des Schülerverkehrs mit dem Busunternehmen gegeben. An den vorhandenen Bushaltestellen nahe der Schule in Rottmersleben sollen außerdem Überdachungen angebracht werden.

Nach dem einen Jahr Nutzung als Ausweich für die Bebertaler Schule könnte die Rottmersleber Grundschule dann beispielsweise als Privatschule weitergenutzt werden. Ebenso liegt der Fördermittelantrag für die Umnutzung als Feuerwehrhaus immer noch beim Innenministerium. Auf Nachfrage seitens der Gemeinde soll die Fördermittelvergabe aber im Jahr 2019 nicht erfolgen, so dass der Antrag bis 2020 verlängert wurde. Somit ist die Nachnutzung als Feuerwehrhaus nicht vom Tisch, sofern nicht eine Privatschule ihr Interesse anmeldet.