Hundisburg l „Glücklicherweise wurden keine Schädlinge gefunden“, sagt Lutz Zimmermann. Haldenslebens Pressesprecher gibt Auskunft über den Stand der derzeitigen Bauarbeiten am Hundisburger Schloss. Bereits vor Ostern hätten Fachleute den Dachstuhl begutachtet – an der Gartenseite des Schlosses werden unter anderem die Dacheindeckung auf der linken Seite erneuert und die Gauben-Verblechung auf der rechten Seite. Bei der linksseitigen Dachstuhl-Untersuchung habe sich nun laut Lutz Zimmermann herausgestellt, dass es zwar einige Beschädigungen am Gebälk gebe, größere, gravierende Schäden seien jedoch nicht zutage getreten.

Die schadhaften Balken werden dem Pressesprecher zufolge nun ganz oder in Teilen ersetzt, dann werde das Dach neu eingedeckt – und zwar mit sogenannten Linkskrempern. Die Tonziegel sollen denen auf der rechten Dachseite entsprechen, die bereits zu einem früheren Zeitpunkt eingedeckt wurde. Die Dachdecker sind mit dieser Aufgabe derzeit beschäftigt – die alten Betondachsteine aus DDR-Zeiten haben sie bereits abgenommen. Die neue Gauben-Verblechung, auf der rechten Dachseite wollen die Fachleute mit Kupfer vornehmen, es ist eine sogenannte Stehfalzdeckung geplant.

„Auch an den Fenstern werden kleinere Reparaturen an Rahmen und Sprossen erledigt, sie werden zudem neu gestrichen“, erläutert Lutz Zimmermann. Er weist außerdem daraufhin, dass sich das Äußere des Schlosses hinsichtlich der Fassade ändern werde. So werden zunächst Putzfehlstellen rings um das gesamte Gebäude ausgebessert, neuer Ober- und Unterputz angebracht, Putzgesimse wieder hergestellt und Sandsteinteile instandgesetzt. „Ein dezentes Beige“, offenbart Lutz Zimmermann die Farbe, die schließlich in mehrlagigem Anstrich mittels einer Silikatfarbe aufgebracht werden soll.

Bilder

Einheitliches Gesamtbild

Die Fassade wird dann so aussehen, wie ein Teil des Schlosses schon jetzt – nur eben einheitlich als Gesamtbild. Wie der Stadtpressesprecher erklärt, sei das mit der Denkmalschutzbehörde so abgestimmt worden.

Insgesamt kosten all diese Arbeiten, die Dach und Fassade des Schlosses betreffen, rund 467.000 Euro. Die Stadt kriegt das Vorhaben zu 75 Prozent, also mit rund 350.000 Euro aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) und des Landes Sachsen-Anhalt gefördert.

Wie Lutz Zimmermann erklärt, werde die Sanierung noch etwa bis September dauern. Bevorstehende Veranstaltungen werden dadurch nicht beeinträchtigt, auch die Messe „Gartenträume“ konnte kürzlich wie geplant auf dem Schlosshof und im Barockgarten stattfinden.